Kurzbeschreibung
Nach einer behüteten Kindheit heiratet die 17jährige Effi, dem Willen ihrer Eltern entsprechend, den fast 20 Jahre älteren Baron von Innstetten, ein Jugendfreund ihrer Mutter, dem sie nach Kessin, einem kleinen Ort an der Ostsee folgt. In dem etwas unheimlich anmutenden Haus des Barons vereinsamt die junge, phantasievolle und lebhafte Effi, der es schwerfällt, in ihrer neuen Heimat Anschluß zu finden. Auch die Geburt ihrer Tochter kann sie nicht über ihre innere Vereinsamung hinwegtäuschen. Viel von ihrem Mann alleingelassen, geht Effi, der die Lüge eigentlich zuwider ist, fast gegen ihren Willen eine Liebesbeziehung zu dem neuen Bezirkskommandanten Crampas ein, der sie zuvor lange vergeblich umworben hatte. Diese eher leidenschaftslose Beziehung ist zu Effis Erleichterung beendet, als ihr Mann nach Berlin versetzt wird. Die Zeit in Berlin gestaltet sich harmonisch – bis Innstetten durch Zufall Briefe findet, die Crampas während der Kessiner Zeit an Effi geschrieben hatte.
libromanie-Rezension
Als die junge Effi den fast zwanzig Jahre älteren Baron von Innstetten heiratet, verlässt sie ihr Elternhaus in Hohen-Cremmen und zieht mit ihrem Gatten nach Kessin. Doch die Ehe steht unter keinem guten Stern. Während Effi vor Lebenshunger und Wildheit nur so strotzt, ist Innstetten ein Mann der Grundsätze, der Effi zwar sehr schätzt, aber eher mit seiner Arbeit verheiratet ist. Viel zu oft lässt er seine junge Frau allein, die sich in ihrer neuen Heimat nicht wohl fühlt. Im Haus fürchtet sie sich vor einem Spuk und in der neuen Gesellschaft findet sie schlecht Anschluss. Selbst die Geburt ihrer Tochter Annie bringt keinen Aufschwung. Effi vereinsamt immer mehr. Als sie sich in eine leidenschaftslose Affäre stürzt, ist ihr Schicksal besiegelt…
Nachdem ich den allerersten, etwas abschreckenden, langen und verschachtelten Satz hinter mich gebracht hatte, war ich überrascht, wie flüssig und schnell sich der Rest der Geschichte lesen ließ. Die Dialoge sind lebendig und lebensnah, die Sprache ist insgesamt leichter zu lesen, als man es bei einem über 100 Jahre alten Buch erwartet und teilweise sogar ironisch bis amüsant. Die Handlung wird erstaunlich schnell vorangetrieben. Ohne viel Vorgeplänkel kommt Fontane zur Sache, lässt Effi – gerade noch mit ihren Freundinnen spielend – mit Innstetten auf Hochzeitsreise gehen und von dort nach Kessin ziehen, wo das Unheil seinen Lauf nimmt.
Dabei nennt der Autor jedoch nicht alles beim Wort. Geschickt streut er hier und da eine Andeutung, die den Leser vermuten lässt, auf welchen Pfaden Effi gerade wandelt – bis am Ende die bittere Auflösung kommt.
Während sich der Mittelteil ein klein wenig in die Länge zog, konnte ich das Buch zum Ende hin nicht mehr aus der Hand legen. Effi’s Schicksal hat mich sehr berührt, zumal ich mir vorstellen kann, dass es nicht weit von der Wirklichkeit entfernt ist. Fontane zeichnet das Bild einer Ehe, wie sie in der damaligen Gesellschaft mit ihren Grundsätzen und Regeln nicht selten gewesen sein dürfte. Ebenso wie die Tatsache, dass eine junge Frau daran zu zerbrechen drohte.
FAZIT: Ein bewegender Klassiker, den ich gerne gelesen habe.
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Ich hab gerade den Anfang ein wenig zäh gefunden und bin demnach noch nicht weiter als bis Seite 50 gekommen. Aber das werde ich ändern und mich gleich nochmal dazu setzen
Hallo chil,
es gibt ja einige Leute, die das Buch ganz grausam finden. Häufig Schüler, die es als Schullektüre lesen mussten.
Ich persönlich muss sagen, dass ich wirklich erstaunt war, wie flott sich das Buch lesen ließ, auch wenn es stellenweise Längen hat.
Vielleicht warst du bislang auch nicht in der richtigen Stimmung für das Buch? Bin auf jeden Fall gespannt, wie dein zweiter Anlauf ausfällt.
Liebe Grüße,
Nina