Originaltitel: The Canterville Ghost
Kurzbeschreibung
Das Gespenst von Canterville nimmt seine Aufgabe im Schloss sehr ernst. Doch prallt es damit auf die neuen Besitzer, eine amerikanische Familie, die für Spuk nichts übrig hat. Sie spötteln respektlos über ihren Geist und treiben ihn fast in die Verzweiflung. Schließlich findet sich doch noch Erlösung: ein kleines Mädchen, das mit ihm Mitleid hat, schenkt dem Geist den ersehnten inneren Frieden wieder. In diesem Märchen ironisiert Oscar Wilde den englischen Spiritismus und zeitgenössische Schauerromane in romantischer Weise. Denn wann hatten Geister schon mal Furcht vor Menschen und nicht umgekehrt?
libromanie-Rezension
Trotz der eindringlichen Hinweise auf ein Gespenst, das dort sein Unwesen treibe, kauft der amerikanische Botschafter Hiram B. Otis, der mit seiner Familie nach England gezogen ist, Schloss Canterville. Schon bald stellt sich heraus, dass die Warnungen nicht unbegründet waren und es im Schloss tatsächlich spukt. Zum Leidwesen des Gespenstes zeigt sich die Familie davon jedoch gänzlich unbeeindruckt. Schließlich gibt es eigentlich keine Geister und wenn doch, dann findet sich schon eine Lösung. Blutflecken auf dem Boden? Nichts wie her mit Pinkertons Patentstift ‚Fleckweg“! Rostige Ketten? Wozu gibt es Aurora-Schmieröl? Bestes Mittel ein Gespenst an den Rand der Verzweiflung zu treiben, sind allerdings lausbübische Zwillingsjungs, die dem Gespenst einen Streich nach dem anderen spielen. Nur die 15jährige Virginia kann dem Geist jetzt noch helfen…
Auf gerade einmal 48 Seiten hat Oscar Wilde so einiges untergebracht: Viel Witz, ein bisschen Spuk, eine kleine Liebesgeschichte, ein trauriges Schicksal und vor allem eine gehörige Portion Gesellschaftskritik.
Auch wer sich sonst eher ungern an etwas ältere Literatur heranwagt, wird sicherlich seine Freude an diesem kleinen Büchlein haben. Die Sprache ist keineswegs altbacken, sondern liest sich wunderbar leicht und flüssig.
FAZIT: Eine Gespenstergeschichte der etwas anderen Art, die sich zu lesen lohnt.
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