von Stuckrad-Barre, Benjamin - Soloalbum

Website des Autors

Kurzbeschreibung
Die Ausgangssituation ist klassisch: Der Ich-Erzähler, gerade mal Anfang Zwanzig, ist soeben von seiner Freundin verlassen worden; nach vierjähriger Beziehung nun per Fax der Schlussstrich. Ende, aus, vorbei. Natürlich ist der Verlassene im Moment des Aus so verliebt wie in all den Jahren nicht. Trotz verschiedener “Soloprojekte” in der gemeinsamen Zeit, trotz der gelegentlichen Gastrolle als Single, fühlt sich der Erzähler schlecht wie schon lange nicht mehr: ach, wie immer schon. Gebührend wird der Verflossenen hinterhergetrauert: er ruft sie an, legt auf, geht joggen, sucht trinkend nach schnellem Ersatz, um doch nur wieder zurückzufallen, auf sie, auf sich und auf: OASIS. Denn natürlich hört er genau die Musik, die zu all seinem Unglück noch gefehlt hat. Götter des Britpop! “You and I gonna live forever?” Von wegen.

libromanie-Rezension
In Soloalbum lässt der Ich-Erzähler den Leser an ein paar Monaten seines Lebens teilhaben. An ein paar schlechten Monaten, wohlgemerkt, denn gerade ist er nach 4 Jahren - per Fax - von seiner Freundin abserviert worden. War die Beziehung nicht immer prickelnd, erkennt er nun, was er an seiner Ex-Freundin hatte und versucht mit allen Mitteln, sie zurück zu gewinnen. Erfolglos, denn sie hat schon einen Neuen. Mit Hilfe von Musik, heiklen Flirts und reichlich Alkohol gilt es nun, den Liebeskummer zu besiegen…

Die Geschichte ist nicht ungewöhnlich, die Art wie sie erzählt wird schon eher. Denn die Handlung an sich steht nicht immer im Vordergrund. Vielmehr lässt der Erzähler den Leser an seinen Gedanken und Ansichten teilhaben. So muss dieser seitenlange Ausführen über die Lieblingsband des Erzählers verfolgen, was - wenn man selbst nicht unbedingt Oasis-Fan ist - nicht durchweg spannend ist. Interessanter wird es dann schon, wenn die Gesellschaft kritisiert und an vielen Prominenten kein gutes Haar gelassen wird.
Während die vielen verschiedenen Gedankengänge anfangs etwas unzusammenhängend wirken und man sich fragt, wann denn endlich mal etwas passiert, entwickelt man mit der Zeit doch eine gewisse Sympathie für den Erzähler und fühlt mit ihm, wenn seine Ex-Freundin seine Bemühungen ein weiters Mal nicht honoriert.

Besonders fällt auf, dass von Stuckrad-Barre eine recht gute Beobachtungsgabe hat. So schreibt er sehr realitätsnah, gibt alltägliche Situationen und Gefühle wieder, wie man sie selbst auch kennt. Fast schon könnte man meinen, der Text wäre autobiografisch. Sein Stil ist jugendlich umgangssprachlich und leicht zu lesen, so dass man das ohnehin nicht allzu dicke Buch auch recht flott durch hat.

FAZIT: Lebensnah und unterhaltsam geschrieben, als Zwischenlektüre also durchaus brauchbar.

Bewertung: bewertung-voll.jpgbewertung-voll.jpgbewertung-voll.jpgbewertung-null.jpgbewertung-null.jpg

Leave a Reply