Lorentz, Iny – Die Kastellanin

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Kurzbeschreibung
Marie lebt zufrieden mit ihrem Ehemann Michel Adler, den sie innig liebt. Ihr Glück scheint vollkommen, als sie ein Kind erwartet. Doch dann muss Michel in den Kampf gegen die aufständischen Hussiten ziehen. Er beweist so viel Mut, dass er zum Ritter geschlagen wird – und verschwindet nach einem grausamen Gemetzel spurlos. Nachdem er für tot erklärt wird, ist Marie ganz auf sich allein gestellt und sieht sich täglich neuen Demütigungen ausgesetzt. Schließlich bleibt ihr nur ein Ausweg: Sie muss von ihrer Burg fliehen. Marie hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Michel noch leben könnte, und schließt sich als Marketenderin einem neuen Heerzug an. Es beginnt das Abenteuer ihres Lebens. Wird sie den geliebten Mann jemals wieder finden?

libromanie-Rezension
Die Kastellanin, der zweite Teil der Trilogie um die hübsche und willensstarke Marie, setzt 10 Jahre nach dem Ende des Vorgängers ein.
Die einstige Wanderhure und ihr Ehemann Michel Adler, mittlerweile Burghauptmann, führen ein zufriedenes Leben, das einzig von ihrem bislang unerfüllten Kinderwunsch getrübt ist. Bald jedoch schlägt das Schicksal erneut erbarmungslos zu. Michel muss in den Krieg ziehen, um Kaiser Sigismund in seinem Kampf gegen die Hussiten zu unterstützen. Zunächst schlägt er sich wacker, wird sogar zum Ritter ernannt. Doch dann verschwindet er nach einem Kampf spurlos und wird alsbald für tot erklärt. Marie, die derweil feststtellt, dass sie schwanger ist und auf der heimischen Burg mit plötzlichen Problemen zu kämpfen hat, glaubt allerdings nicht an den Tod ihres geliebten Ehemannes. Als sie neu verheiratet werden soll, flieht sie von der Burg und schließt sich als Marketenderin einem Heerzug an, um sich auf die Suche nach Michel zu begeben. Dabei führt ihr Weg sie bis tief ins Feindesland…

Wie schon Die Wanderhure habe ich die Fortsetzung – Dank des wunderbar flüssigen Schreibstils des Autorenpaars – innerhalb kürzester Zeit verschlungen.
Zwar schien mir der erste Teil der Trilogie durchaus abgeschlossen und es hätte – rein von der Geschichte her – keiner Fortsetzung bedurft, aber es ist dennoch schön, altbekannte Charaktere wieder zu treffen und erneut mit Marie durch die Lande zu ziehen. Dabei gewinnt man als Leser durch die detaillierten, bildhaften Beschreibungen eine überaus lebendige Vorstellung vom (Alltags)Leben im Mittelalter. Die historischen Hintergründe, in welche die Geschichte eingebettet ist, sind interessant und leicht verständlich dargestellt, so dass man auch ohne viel Vorwissen einen guten Überblick über die rahmengebenden Hussiten-Kriege bekommt. Die Kriegsszenen selbst nehmen einen angemessenen Rahmen ein, indem sie nicht allzu ausführlich und brutal geschildert werden, aber trotzdem einen passenden Eindruck von mittelalterlichen Schlachten vermitteln.
Ein wenig schade fand ich, dass das Ende etwas schnell kommt und einiges sehr zufällig und damit zu einfach wirkt. Auch wirkte Michel auf mich etwas zu fehlerfrei und heldenhaft.
Insgesamt schmälert dies das Lesevergnügen aber nicht allzu sehr, so dass ich das Buch trotz der kleineren Mängel gerne gelesen habe.

FAZIT: Einfache, aber spannend und gut geschriebene Unterhaltung.

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