Meyer, Kai – Lanze und Licht

Originaltitel: –
Genre: Kinder- und Jugendliteratur
Reihe: Wolkenvolktrilogie (1)
Verlag: Loewe Verlag (2007)
Übersetzung: -
ISBN: 9783785557426
Seiten: 382
Website des Autors: www.kai-meyer.de

Kurzbeschreibung
Im alten China tobt ein Krieg zwischen Seide und Schwert. Mächte von jenseits des Himmels haben das Mädchen Mondkind ausgesandt, um die letzten Unsterblichen zu vernichten – aber bedeutet ihr Tod wirklich den Untergang der Welt? Oder gibt es ein älteres, dunkleres Geheimnis in den Tiefen der Berge? Nur die Drachen kennen die Antwort – doch sie sind verschollen. Während Nugua ihren Spuren folgt und auf sich allein gestellt um ihr Leben kämpft, jagt Niccolo auf der Suche nach Mondkind durch Gebirge und Wüsten. Er weiß, er muss sie töten, um das Wolkenvolk und ganz China zu retten. Aber wie kann er gegen ein Mädchen kämpfen, das er mehr liebt als das Leben?

libromanie-Rezension
Lanze und Licht, der zweite Teil der Wolkenvolk-Trilogie, knüpft nahtlos an seinen Vorgänger an. Die bunte Truppe, die sich in Seide und Schwert gefunden hatte, hat sich getrennt, jeder verfolgt nun eigene Ziele.
Nugua macht sich mit Li auf den Weg zum Drachenfriedhof, in der Hoffnung, dass der Wächterdrache dort ihr das Leben retten kann, denn der Fluch der Purpurnen Hand macht ihr immer mehr zu schaffen. Auch Wisperwind und der Rattendrache Feiqing erhoffen sich Hilfe von Seiten der Drachen, die jedoch nach wie vor verschwunden sind. Nur Niccolo, der ursprünglich ausgezogen war, um das Wolkenvolk mithilfe der Drachen zu retten, verliert sein Ziel erstmal aus den Augen und macht sich auf die Suche nach seiner geliebten Mondkind, die er töten muss, um den Plan des Aethers zu durchkreuzen, der die Welt bedroht…

Dank einer kleinen Gedächtnisauffrischung in Form kurzer, dezent eingebundener Nebensätze, gelingt dem Leser ein einfacher Wiedereinstieg in die Geschichte, die sogleich rasant startet.
Vor dem Hintergrund der chinesischen Mythologie trifft man im Folgenden auf alte Bekannte, begegnet neuen Gegnern und ungeahnten Verbündeten, es werden Fragen beantwortet, aber auch viele neue aufgeworfen.
Die Charaktere entwickeln sich weiter und agieren nicht immer so, wie der Leser es sich vielleicht gewünscht hätte. Das macht sie jedoch noch lebendiger; niemand ist einfach nur gut oder nur böse, sondern hat stets mehr oder weniger nachvollziehbare Gründe für sein Handeln.
Die Atmosphäre ist, wie bereits im ersten Teil wunderbar dicht und greifbar, Kai Meyer’s Sprache fast schon poetisch. So kommt es, dass die wenigen Längen im Handlungsstrang um Niccolo und Mondkind dank der flüssigen Erzählweise des Autors kaum auffallen und die Seiten mal wieder nur so dahin fliegen.
Trotz aller Spannung und Dramatik, die das Buch prägen, kommt auch der Humor nicht zu kurz, denn die teils düstere Stimmung wird durch etliche Schmunzler – meist im Teil um Feiqing und Wisperwind – aufgehellt. Hinzu kommt, dass die Kämpfe weniger brutal als eher tänzerisch in Szene gesetzt werden, so dass die Geschichte nicht übermäßig gewalttätig daher kommt; auch wenn das Buch insgesamt durchaus etwas gruseliger ist als der erste Teil.

Besonderes Lob verdient auch wieder die tolle Aufmachung des Buches, mit kleinen Drachenbildern bei den Kapitelanfängen, einem schönen Schutzumschlag mit einer Szene aus dem Buch und einem farblich dazu passenden Vorsatzpapier und Lesebändchen.

FAZIT: Ein gelungener zweiter Teil der Fantasy-Trilogie, den man allerdings nicht einzeln lesen sollte, da der Vorgänger zum Verständnis der Geschehnisse unabdingbar ist und die Bücher auch nicht als in sich abgeschlossene Einzelwerke gedacht sind. So ist das Ende dann auch wieder relativ offen und lässt mit Drache und Diamant einen spannenden dritten Teil erwarten.

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