Lesungsbericht: Nicole Rensmann in Remscheid (14.09.2007)

Am Freitag, den 14.09.2007 las die Remscheider Autorin Nicole Rensmann aus Firnis, ihrem neusten Roman – und nahm ihre Zuhörer mit auf eine Reise in die Vergangenheit.

Bereits eine Viertelstunde vor Beginn der Lesung war der kleine Saal im Deutschen Werkzeugmuseum, in dem die Veranstaltung stattfand, gut gefüllt und die vorhandenen Stühle reichten bald nicht mehr aus, sodass noch zusätzliche Sitzgelegenheiten herbeigebracht werden mussten.
Als um kurz nach halb 8 alle etwa 50 Zuhörer Platz genommen hatten, eröffnete Herr Dr. Diederichs, Leiter des historischen Zentrums der Stadt Remscheid, den Abend und übergab das Wort anschließend an Herrn Juhr vom rga-Verlag, der die Zuhörer nochmals begrüßte und sie dazu einlud, nach der Lesung noch ein Weilchen zu bleiben, mit der Autorin in Kontakt zu treten und in den ausgelegten Büchern zu schmökern.
Nach ein paar Sätzen der Autorin, in denen sie erklärte, dass die Lesung zum Dank an die Mitarbeiter des Archivs des historischen Zentrums, die ihr bei ihrer Recherche für den Roman sehr geholfen hatten, im Werkzeugmuseum stattfand, ging es auch schon los. Zunächst mit Musik von Oliver Gier, der Nicole Rensmann während der Lesung auf seiner Gitarre begleitete und so zwischen den vorgetragenen Szenen für noch mehr Atmosphäre sorgte.

Dann begann die Autorin, die an einem kleinem Tisch saß, hinter dem verschiedene Werke des Malers Ferdinand Hermann Moritz platziert waren, mit dem Vortrag des ersten Teils der Lesung, der in der Gegenwart spielt. Zwar war ihr die Nervosität ein klein wenig anzumerken, aber dennoch las sie mit klarer, angenehmer Stimme und gut betont von Ellen, die zu Hause, in ihrem alten Fachwerkhaus in Solingen, nach einer Erklärung für das plötzliche Verschwinden ihrer Tochter Jenny sucht und schon bald – ohne es zu wissen – vor einem Gemälde von Ferdinand Hermann Moritz, das an der Wand zwischen Schlaf- und Kinderzimmer hängt, auf erste Hinweise stößt.
Nach Ende des Kapitels verließ Nicole Rensmann völlig unerwartet den Saal. Nur das Gitarrenspiel von Herrn Gier war zu hören, als das Licht gedämpft wurde und stattdessen Kerzen angezündet wurden, die das überraschte Publikum in schummriges Licht tauchten. Nach wenigen Minuten kehrte die Autorin zurück, mit einer Kerze in der Hand und in einer altertümlichen Tracht gekleidet, wie man sie wohl vor über 100 Jahren getragen hat.

Die Zeitreise hatte begonnen.
Wir befanden uns nun im Remscheid des Jahres 1846, wanderten zusammen mit Ellen, dem Kindermädchen Tina und dem Polizisten Noah, die durch das Gemälde in Ellen’s Haus in die Vergangenheit geraten waren, durch die Gassen und trafen u.a. auf Personen, die damals tatsächlich existiert haben. So verfolgten wir, wie die Reisegruppe den ehemaligen Remscheider Bürgermeister Abraham Hering um Hilfe auf der Suche nach Jenny bittet und wie sie kurz darauf dem Maler Ferdinand Hermann Moritz begegnen. Ein Zusammentreffen, das nicht ohne Folgen bleibt…

Nach ca. einer Stunde war die Lesung vorüber. Anschließend bestand die Möglichkeit, sich mitgebrachte Bücher signieren zu lassen, neue Bücher zu kaufen und ein paar Worte mit der netten Autorin zu wechseln. Eine besondere Überraschung war das kleine Büffet mit Kaffee, kalten Getränken und von der Autorin gebackenen Waffeln. So war neben dem literarischen auch für das leibliche Wohl der Zuhörer gesorgt, die das Angebot gerne annahmen und auch untereinander ein wenig ins Gespräch kamen.

FAZIT: Ein rundum gelungener Abend, an dem mir besonders Spaß gemacht hat, dass ich Teile des Buches – Dank der lebendigen Vortragsweise von Nicole Rensmann und der tollen Kulisse – noch mal miterlebt habe.

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