Originaltitel: The Marrying Game
Genre: Liebesromane & Frauenliteratur
Reihe: -
Verlag: Fischer Tb. (2006)
Übersetzung: Karin König
ISBN: 9783596167579
Seiten: 464
Website der Autorin: -
Kurzbeschreibung
Sie ziehen aus, um reich zu heiraten. Und treffen mitten ins Herz. Die Hasty-Schwestern sind jung, hübsch – und pleite. Sie müssen den vom Verfall bedrohten Familiensitz Melismate retten. Klar, denken sich Rufa, Selena, Nancy und Lydia: sie stürzen sich einfach auf den Heiratsmarkt. Liebe ist sowieso ein überbewertetes Gefühl! Ein Reigen von skurrilen Landedelleuten und höchst ungeeigneten Heiratskandidaten in London sorgt für köstliche Verwirrung. Und dann ist auf einmal – Liebe im Spiel.
libromanie-Rezension
Der Selbstmord ihres Vaters – ein verschwenderischer, aber gutherziger Lebemann, der nervigerweise das gesamte Buch über nur „der große Mann“ genannt wird – stürzt seine Hinterbliebenen emotional wie finanziell in eine große Krise, da er ihnen nichts als Schulden hinterlässt. Um den Familiensitz zu retten, beschließt die älteste Tochter Rufa, zusammen mit ihrer Schwester Nancy nach London zu ziehen, um dort “Geld zu heiraten”.
Klingt nach ‚chick lit’, ist es aber nicht. Denn der Ausflug nach London ist nur bedingt mit Erfolg gekrönt und verhältnismäßig kurz. Bald schon taucht nämlich Edward, der beste Freund des verstorbenen Vaters dort auf und ruft Rufa, die er schon lange heimlich liebt, zur Vernunft. Zufällig erhält er auch noch ein dickes Erbe, sollte er nach dem Tod seiner ersten Frau eine erneute Ehe eingehen. So liegt es nahe, dass er und Rufa vor den Altar treten.
Im zweiten Teil des Buches geht das Hochzeitspiel dann in eine deutlich andere Richtung, Rufa’s Ehe und die daraus resultierenden Probleme rücken in den Vordergrund. Obwohl die Geschichte bis dahin sehr vorhersehbar war, kommt es im Folgenden aufgrund diverser Missverständnisse zu einigen Handlungsabläufen, mit denen ich nicht gerechnet hatte und die daher recht spannend zu lesen waren.
Ohnehin gefiel mir die zweite Hälfte des Buches wesentlich besser, da ich lange Zeit Schwierigkeiten hatte, mit den Figuren warm zu werden. Zu oft wird betont, wie wunderwunderschön sie sind, die „Engel“ und „Seidenprinzessinnen“ und „S.e.x.göttinnen“, zu aufgesetzt verrückt und liebenswert werden sie dargestellt. Wirklich sympathisch waren mir eigentlich nur ein paar Randfiguren, deren Schicksal mich stellenweise erheblich mehr interessiert hat als die Haupthandlung. So kamen trotz Tiefgang, den die Geschichte durchaus aufweist, leider kaum Gefühle bei mir auf.
Auch der Aufbau der Geschichte weist gewisse Mängel auf. Die vielen Wiederholungen der Gedanken und Rechtfertigungen der Personen halten bloß auf und gaben mir das Gefühl, dass die Figuren sich im Kreis drehen.
Außerdem wird sehr deutlich, dass der erste Teil eher witzig gedacht ist – auch wenn die Charaktere selbst mehr über ihre Witze lachten als ich als Leser – und der zweite Teil trauriger stimmen soll, was für mich ein wenig einfach und zu offensichtlich konstruiert ist.
Besonders gestört hat mich jedoch die Tatsache, dass in bestimmten Phasen immer wieder dieselben Worte wiederholt werden. So bekam ich anfangs alle paar Seiten „großer Mann“ und „Geld heiraten“ zu lesen, während ich gegen Ende unzählige Male über „tatsächlich“ stolperte. Auch Formulierungen wie „Ihre Augen strömten über“ ließen mich immer wieder stutzen.
FAZIT: Leider hat mich das Buch nur stellenweise gut unterhalten und ich habe es häufig für ein anderes Buch zur Seite gelegt. Auf weitere Romane der Autorin werde ich daher wohl eher verzichten.
Bewertung: 







