Originaltitel: How to Talk to a Widower
Genre: Sonstige Belletristik
Reihe: -
Verlag: Knaur (2007)
Übersetzung: Birgit Mossmüller
ISBN: 9783426662724
Seiten: 416
Website des Autors: www.jonathantropper.com
Kurzbeschreibung
Ein Haus im Grünen, eine liebevolle Familie, eine erfolgreiche Zeitungskolumne: Doug Parkers Leben könnte perfekt sein. Eigentlich. Doch dann stirbt seine Frau Hailey bei einem Unfall. Ein Jahr später klammert sich Doug immer noch an seine Trauer und den Schmerz – an alles, was ihm von der großen Liebe geblieben ist. Als wäre das nicht schlimm genug, entwickelt Haileys pubertierender Sohn aus erster Ehe eine Vorliebe für illegale Rauschmittel, während Dougs Vater langsam den Verstand verliert, seine scharfzüngige Schwester bei ihm einzieht und die Hausfrauen der Nachbarschaft beginnen, den attraktiven Witwer zu umschwärmen wie hungrige Haie. Nein, das Schicksal fasst Doug nicht mit Samthandschuhen an – aber genau das ist es, was ihm schließlich den Tritt in die richtige Richtung gibt: zurück ins fast perfekte Leben.
libromanie-Rezension
Nach Cecelia Ahern und Lolly Winston greift nun auch Jonathan Tropper das Thema „junge Witwe“ bzw. in seinem Fall „junger Witwer“ auf und erzählt die Geschichte des 29jährigen Doug, der ein Jahr nach dem Unfalltod seiner Frau Hailey immer noch völlig lethargisch vor sich hin vegetiert, sich in Selbstmitleid suhlt und seine Gefühle mit Alkohol betäubt – bis seine resolute Zwillingsschwester kurzerhand bei ihm einzieht und ihn, zusammen mit seinem pubertierenden Stiefsohn und weiteren völlig abgedrehten Familiemitgliedern, zurück auf den Weg ins (fast perfekte) Leben führt.
Der Anfang des Buches zieht sich ein wenig, mit der Zeit jedoch kommt immer mehr Tempo in die Geschichte und mit Auftreten von Dougs verrückter Familie wird die zunächst eher traurige Stimmung zunehmend aufgelockert, so dass der Spaß beim Lesen bald deutlich überwiegt. Zwar werden Dougs Gefühle, die er in seiner Kolumne „Vom richtigen Umgang mit Witwern“ auch der Öffentlichkeit preisgibt, nachvollziehbar geschildert, jedoch verliert die Geschichte mit der Zeit ihre Authentizität und entwickelt sich mehr und mehr zu einer typischen amerikanischen Herzschmerz-Komödie, die stellenweise auffällig filmreif daherkommt.
Die Trauerbewältigung wird eher oberflächlich behandelt. Stattdessen geht es um Schlägereien, (detailliert beschriebene) sexuelle Eskapaden und familiäre Probleme, die zwar herrlich kuriose Situationen hervorrufen, aber auch häufig überzogen sind.
Die Charaktere sind größtenteils liebenswert chaotisch, haben aber alle eine festgelegte Rolle und sind daher nicht gerade vielschichtig gezeichnet.
Im Vergleich zu seinen weiblichen Kolleginnen schreibt Jonathan Tropper zwar amüsanter und hält – obwohl ich zu Beginn gegenteiliges befürchtet hatte – sein sprachliches Niveau und driftet niemals in zu stark gewollten Witz ab. Allerdings schreibt er auch weniger warmherzig. So gab es durchaus rührende Szenen, richtige Gefühle kamen bei mir aber nicht auf. Dafür blieb mir Dougs Beziehung zu Hailey einfach zu blass und die Tatsache, dass sie einige Jahre älter war als er, kommt somit etwas konstruiert rüber, damit Doug seinen bald 16jährigen Stiefsohn bekommt.
FAZIT: Kein Meilenstein im Bereich der Tragik-Komödien, aber kurzweilige Unterhaltung, die sich trotz des fehlenden Tiefgangs zu lesen lohnt.
Bewertung: 





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