Originaltitel: -
Genre: Kinder- und Jugendliteratur
Reihe: Libris Mortis Bd. 1
Verlag: Loewe Verlag (2006)
Übersetzung: -
ISBN: 9783785558751
Seiten: 395
Website des Autors: -
Kurzbeschreibung
Es beginnt an ihrem sechzehnten Geburtstag. Reglos steht der Mann da und starrt Rosalie mit leerem Blick an. Niemand außer ihr sieht ihn. In derselben Nacht dringen merkwürdig wispernde Stimmen aus der Tiefe an ihr Ohr. Niemand außer ihr hört sie. Rosalie beginnt zu zweifeln. An sich. An der Realität. Und ihr wird klar, dass es keinen anderen Ausweg gibt: Sie muss dem Flüstern in die Dunkelheit folgen, um herauszufinden, was es damit auf sich hat. Rosalie macht sich auf die Suche nach Erklärungen. Doch was sie findet, ist eine Welt voller Schatten und Finsternis. Eine Welt unter der Welt.
libromanie-Rezension
Rosalie lebt mit ihrem Vater, einem angesehenen Psychologen in einer kleinen Wohnung in Paris. Ihre Mutter ist bei der Geburt der Tochter ins Koma gefallen, aus dem sie wahrscheinlich nie wieder erwachen wird.
Rosalie’s Abenteuer beginnt an ihrem sechzehnten Geburtstag, an dem sie einen Mann auf dem Schulhof entdeckt, den sie zunächst für den neuen Gehilfen des Hausmeisters hält. Doch außer ihr nimmt ihn niemand wahr. Keiner hört die Stimmen, die Rosalie plötzlich vernimmt und die sie in die Katakomben unterhalb von Paris locken, die irgendeine geheimnisvolle Rolle im Leben ihrer Familie spielen. Rosalie macht sich auf die Suche und stößt dabei auf Rätsel, die sich mit logischem Menschenverstand nicht lösen lassen…
Bevor es in die Stadt unterhalb der Stadt geht, werden Rosalie und ihr Alltag umfassend vorgestellt, sodass man zunächst das Gefühl hat, einen normalen Jugendroman in den Händen zu halten, in dem ein Mädchen sich mit Schuldgefühlen gegenüber ihrer Mutter plagt und gegen das Gewöhnliche und ihren Vater rebelliert. Die Mystery-Ebene kommt erst später ins Spiel, die traumartigen Geschehnisse werden von Rosalie zunächst für ein Hirngespinst gehalten. Ihre Sorgen, den Verstand zu verlieren, waren mir jedoch nicht eindringlich genug geschildert, als dass ich sie hätte nachempfinden können. Ohnehin hatte ich lange Zeit Probleme, mit den Charakteren warm zu werden, da ihr Handeln für mich auch nicht immer nachvollziehbar war.
Das Setting hingegen wird sehr gelungen und glaubwürdig geschildert. Sowohl Paris als auch die Katakomben werden sehr bildhaft beschrieben, sodass die trübe, düstere Atmosphäre sehr gut rüberkommt und mir in manchen Szenen sogar eine kleine Gänsehaut verpasste. Sprachlich ist das Buch in keiner Hinsicht zu bemängeln und besonders in den Dialogen hat der Autor einen realistischen jugendlichen Tonfall getroffen.
Leider ist jedoch auch zum Ende hin noch nicht klar, welche konkrete Rolle die Katakomben im Leben von Rosalie und ihrer Familie spielen und warum die Bösen, die es zweifelsohne gibt, überhaupt böse sind. Zwar erwarte ich am Ende des ersten Teils einer Trilogie nicht, dass allzu viele Fragen bereits beantwortet werden, aber da die grundlegende Thematik noch nicht ganz geklärt ist, fühlte ich mich zum Schluss doch ein wenig zu sehr in der Luft hängen gelassen.
FAZIT: Spannend und entsprechend flott zu lesen. Meine Neugierde auf die weiteren Teile ist trotz kleinerer Defizite durchaus geweckt.
Bewertung: 
