Originaltitel: Le Fantôme de l’Opéra
Genre: Klassiker
Reihe: -
Verlag: Dtv (1999)
Übersetzung: Johannes Piron
ISBN: 9783423202695
Seiten: 349
Website des Autors: -
Kurzbeschreibung
Unheimliche Vorfälle erschüttern das altehrwürdige Pariser Opernhaus. Ein Phantom soll in den düsteren Katakomben des Hauses sein Unwesen treiben! Als die junge Sängerin Christine spurlos verschwindet, macht sich der junge Vicomte Raoul auf, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Doch bald muss er um die Liebe seines Lebens kämpfen…
libromanie-Rezension
Als großer Fan des Musicals und der Verfilmung von Joel Schumacher kam ich um die literarische Vorlage natürlich nicht herum. Doch was ich durch die visuellen Umsetzungen als dramatische Liebesgeschichte kannte, entpuppte sich beim Lesen des Buches vielmehr als eine Art Schauer-/Kriminalroman.
Mithilfe von Auszügen aus Memoiren, Polizeiberichten und Aufzeichnungen von Augenzeugen rekonstruiert der Verfasser die tragische Geschichte des Phantoms der Pariser Oper; ein entstelltes Genie mit dem Namen Erik, das in den Tiefen der Katakomben unterhalb der Oper lebt und der jungen Christine Daaé unerkannt Gesangsunterricht erteilt. Das Mädchen hält das Phantom zunächst für den Engel der Musik, den ihr verstorbener Vater ihr geschickt hat, doch nachdem sich das Phantom als maskierter Mann zu erkennen gegeben hat, muss Christine erfahren, zu welchen Grausamkeiten ihr Lehrmeister fähig ist. Sie verlobt sich heimlich mit dem Vicomte Raoul, ein Freund aus Kindestagen, doch das Phantom gibt seine „Geliebte“ nicht frei und ein Kampf auf Leben und Tod beginnt…
Viele französische Namen und etliche Schachtelsätze machten den Einstieg in die Geschichte etwas zäh. Ebenso trug die überhebliche Haltung des Erzählers gegenüber den „Ballettratten“ dazu bei, dass ich das Buch am Anfang nicht gerade mit Freude gelesen habe. Völlige Begeisterung kam zwar auch während der weiteren Lektüre nicht auf, mit der Zeit ließ sich die Geschichte, auch in Anbetracht ihrer Erstveröffentlichung (1911), allerdings wesentlich flotter lesen und bot durchaus schaurige, unterhaltsame und rührende Szenen, auch wenn abrupte, völlig unnötige Zeitwechsel von der Vergangenheit in die Gegenwart meinen Lesefluss leider öfters unterbrachen.
Die Art der Schilderung mit Bezugnahme auf die diversen Quellen gibt dem Leser zwar das Gefühl, die Geschichte könne tatsächlich so passiert sein, jedoch herrscht eben auch eine gewisse Distanz zu der Gefühlswelt der Charaktere. Obwohl man – über Musical und Film hinaus – etwas mehr über persönliche Hintergründe erfährt, fiel es mir schwer, mit den Figuren warm zu werden. Christines Charakter war für mich lange Zeit schwer zu fassen, Raoul ist ständig in Tränen aufgelöst und die Beweggründe des Phantoms lernt man erst zum Ende hin besser kennen.
FAZIT: Die Geschichte an sich hätte zweifellos die volle Punktzahl verdient, die Umsetzung ist meines Erachtens jedoch weniger gelungen.
Bewertung: 




