Bray, Libba – Gemmas Visionen

Originaltitel: A Great and Terrible Beauty
Genre: Kinder- und Jugendliteratur
Reihe: Der geheime Zirkel
Verlag: Dtv (2007)
Übersetzung: Ingrid Weixelbaumer
ISBN: 9783423712286
Seiten: 476
Website der Autorin: www.libbabray.com

Kurzbeschreibung
England, 1895: Die 16-jährige Gemma wird auf einem Internat für höhere Töchter zur heiratsfähigen jungen Dame erzogen. Hier sollen ihr die Aufsässigkeit und sonstiges unziemliches Betragen ausgetrieben werden. Gemeinsam mit drei anderen Mädchen gründet Gemma, den strengen Regeln der Akademie zum Trotz, einen geheimen Zirkel. Das neu entstandene Kleeblatt Felicity, Pippa, Gemma und Ann trifft sich heimlich nachts, um dem Schulalltag zu entkommen, verbotenen Alkohol zu probieren und über Übersinnliches zu spekulieren. Bei einer »spiritistischen« Sitzung passiert es dann: Für Gemma öffnet sich ein Tor aus Licht und mit ihren Freundinnen tritt sie in ein fantastisches Reich über. Überwältigt vom Gefühl der grenzenlosen Freiheit geben sich die Mädchen allerlei magischen Spielereien hin, denn dort lassen sich die kühnsten Träume realisieren. Doch bald schon erkennen sie, dass das magische Reich bedroht ist. Eine schreckliche Macht namens Circe will die Magie des Ortes für sich besitzen…

libromanie-Rezension
Obwohl sie in Indien ein sorgenfreies Leben führt, ist es Gemmas sehnlichster Wunsch, eine Schule in London zu besuchen – gegen den ausdrücklichen Willen ihrer Mutter. Als diese unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt, wird Gemma zwar nach England auf ein Internat für höhere Töchter geschickt, dort wird sie jedoch immer wieder von merkwürdigen Visionen heimgesucht.
Nach anfänglichen Startschwierigkeiten findet Gemma in der Anführerin Felicity, der hübschen Pippa und der Außenseiterin Ann drei Freundinnen, mit denen es ihr gelingt, etwas Freude in den strengen Internatsalltag zu bringen. Dabei überschreiten die Mädchen allerdings nicht selten die Grenze des Verbotenen. Als sich für Gemma bei einem ihrer nächtlichen Treffen ein Tor zu einem phantastischen Reich öffnet, in dem alle Wünsche wahr werden, vertraut sie ihren Freundinnen ihr Geheimnis an. Sie ahnt nicht, welche Gefahren damit verbunden sind…

Schon als Kind mochte ich Internatsgeschichten unheimlich gerne. Freund- und Feindschaft, ein bisschen Romantik, spannende Abenteuer… Auch in Gemmas Visionen, dem Auftakt der Trilogie um den geheimen Zirkel, dreht sich alles um diese Themen, verbunden mit einer ordentlichen Portion Übersinnlichem.
Die Grundstimmung ist düster bis gruselig. Hat man einmal angefangen zu lesen, kann man das Buch nicht wieder zur Seite legen. Zu sehr ist man gefangen in dem Rätsel um die geheimnisvollen Visionen, dem Schicksal der Mädchen und ihrer besonderen Freundschaft, die mehr als einmal auf die Probe gestellt wird.

Libby Bray schildert die beengte Rolle der Frau im viktorianischen Zeitalter sehr authentisch. Hinzu kommt die lebendige Charakterzeichnung. Schnell wachsen einem die jungen Frauen ans Herz, die verzweifelt versuchen, das Korsett ihrer Zeit zu sprengen und doch nie völlig ausbrechen können. So leidet man mit ihnen, wenn man mehr über ihre Hintergründe erfährt und freut sich darüber, dass sie trotz allem ihren Sinn für Humor nicht verloren haben.

Die Sprache ist relativ einfach gehalten und auch im englischen Original leicht zu verstehen.
Die Spannung flacht zu keiner Zeit übermäßig ab und besonders eine Wendung hat mich in ihrer Tragik ziemlich überrascht.
Leider ging es zum Schluss allerdings etwas schnell, sodass das Ende doch sehr offen ist. Dennoch, der Grundstein für eine fesselnde Trilogie ist gelegt.

FAZIT: Nicht nur für Anhänger von Internatsgeschichten empfehlenswert. ;)

Bewertung: 4ratten.png

3 Thoughts on “Bray, Libba – Gemmas Visionen

  1. Ich fand den ersten Teil auch ziemlich gut; die Geschichte mit ihren interessanten Figuren macht durchaus Lust auf mehr. Allerdings bleibt im Schlussteil einiges im Unklaren, vor allem hinsichtlich der Geschehnisse um Gemmas Mutter. Ob das so sein soll und in den Nachfolgebänden noch aufgeklärt wird, oder ob die Geschichte an dieser Stelle einfach krankt und nicht gut genug durchdacht ist bzw. nicht gut genug erklärt wird, wird wohl Band 2, »Circes Rückkehr« beantworten. Den ich übrigens immer noch nicht gelesen habe, obwohl er hier liegt – vielleicht hat mich das Buch doch nicht so sehr gefesselt wie im ersten Moment angenommen.

  2. Ich habe den zweiten Teil vor kurzem gelesen. Rezi folgt demnächst auch noch. Wirklich begeistert war ich aber nicht. Die Figuren sind nach wie vor toll, werden sogar noch interessanter. Der magische Teil der Geschichte scheint mir aber vollkommen wirr. Sobald die Mädchen die reale Welt verlassen, hatte ich das Gefühl, dass die Autorin gar nicht weiß, wo sie hin will. Schade. Den dritten Teil habe ich mir letzte Woche zwar auch bestellt, weil ich natürlich wissen will, wie das Ganze ausgeht, aber besonders groß sind meine Erwartungen nun nicht mehr.

  3. Pingback: [Challenge] Beende drei Buchreihen bis zum 1. Januar 2o1o |

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