Originaltitel: Too Close To Home 
Genre: Thriller
Reihe: -
Verlag: Ullstein Tb (2008)
Übersetzung: Nina Pallandt
ISBN: 9783548267449
Seiten: 506
Website des Autors: www.linwoodbarclay.com
Kurzbeschreibung
Als die Familie seines besten Freundes verreist, versteckt sich der 17-jährige Derek im Keller, um sich im leeren Haus heimlich mit seiner Freundin zu treffen. Während er noch unter der Treppe kauert, kehrt die Familie überraschend zurück. Derek grübelt, wie er seine Anwesenheit erklären soll. Da klingelt es an der Tür. Der Vater öffnet und wird sofort niedergeschossen. Ein Killer ermordet die ganze Familie. Derek kann entkommen und kehrt völlig verstört nach Hause zurück. Aus Angst verrät er seinen Eltern und der Polizei nicht, dass er der einzige Zeuge des Verbrechens im Nachbarhaus ist. Und so kommt viel zu spät ans Licht, dass der Killer es wahrscheinlich gar nicht auf Adams Familie abgesehen hatte…
libromanie-Rezension
Um ein paar ungestörte Stunden mit seiner Freundin verbringen zu können, plant der 17jährige Derek, sich im Haus der Familie seines besten Freundes einschließen zu lassen, während diese im Urlaub ist. Anfangs verläuft alles nach Plan. Derek wartet in seinem Versteck, bis die Langleys das Haus verlassen und malt sich schon aus, wie aufregend die kommende Woche wird. Doch dann kehren die Langleys unerwartet zurück und kurz darauf muss Derek mit anhören, wie ein Killer die gesamte Familie niederstreckt.
Völlig verängstigt flieht Derek in sein Elternhaus. Noch ahnt er nicht, dass er bald im Visier der Ermittler stehen wird…
‚Dem Tode nah’ ist ein sprichwörtlicher Pageturner. Die Seiten fliegen nur so dahin; und das nicht nur aufgrund des flüssigen Schreibstils des Autors. Geschickt streut Linwood Barclay unzählige Hinweise, packt scheinbar belanglose Informationen in Nebensätze und lässt den Leser damit in verschiedene Richtungen spekulieren. Gewisse Entwicklungen sind ab einem bestimmten Zeitpunkt zwar absehbar, insgesamt vermag der Autor aber immer wieder zu überraschen.
Die Figuren sind klar umrissen und agieren zumeist glaubwürdig. Besonders interessant werden sie vor allem dadurch, dass sie alle mehr oder weniger Dreck am Stecken haben.
Froh war ich allerdings, dass nur der Prolog aus Derek’s Sicht geschrieben ist und die restliche Geschichte aus der Perspektive seines Vaters Jim erzählt wird, denn Derek’s Sprache wirkte im Prolog etwas zu stark auf jugendlich getrimmt und der Junge kam nicht gerade sympathisch rüber. Jim’s Erzählton ist dagegen viel authentischer, liest sich angenehmer und entlockte mir sogar den ein oder anderen Schmunzler.
Während viele Thriller zu deutlich bloß auf ein spektakuläres Finale zusteuern, gelingt es Linwood Barclay, die Spannung konstant zu erhalten und die meisten Fäden zufrieden stellend aufzulösen. Ein paar Probleme hatte ich jedoch mit der Motivation des Täters, die zwar nachvollziehbar, aber vielleicht etwas zu sehr konstruiert war.
Dieses Manko gleicht sich für mich allerdings durch die abwechslungsreichen thematischen Komponenten wieder aus, denn in ‚Dem Tode nah’ gibt es nicht nur ein paar Leichen, sondern darüber hinaus ein bisschen Gesellschaftskritik, Politik, Lügen und Intrigen, Literatur und Familiendrama. Natürlich alles auf Unterhaltungsniveau, aber mehr erwarte ich von einem Thriller eigentlich auch nicht.
FAZIT: Thrilling.
Bewertung: 




Und mal so im Vergleich: Welches hat dir besser gefallen? Dieses oder “Ohne ein Wort”? OEW hat mir so wahnsinnig gut gefallen, dass ich mir keine Steigerung mehr vorstellen kann
Bin gespannt…
Hi Maren,
ich hoffe, es geht in Ordnung, dass ich deinen Kommentar unter den richtigen Beitrag kopiert habe.
Im Vergleich hat mir ‘Dem Tode nah’ einen Tick besser gefallen. Ich vermute aber, dass es daran liegt, dass ich beide Bücher direkt hintereinander gelesen habe und mir daher ein paar Parallelen aufgefallen sind, die mich weniger gestört hätten, wenn zwischen den Büchern etwas mehr Zeit gelegen hätte. Ansonsten lägen sie sehr wahrscheinlich gleichauf, denke ich.
Hoppla, hatte ich da was falsch gepostet??
Interessant, dass du den zeitlichen Zusammenhang ewähnst. Bei mir ist OEW jetzt schon ein paar Monate her. Mal sehen, wie mir das neue Buch gefallen wird (habs aber noch nicht angefangen).
Dein Kommentar stand unter der Rezi zu Richard’s Dichter, da dachte ich, das wäre nicht ganz so passend.
Macht aber nix.
Bin gespannt, wie dir ‘Dem Tode nah’ gefallen wird. Bislang hab ich auch nur Gutes gehört. Viel Spaß damit!