[Rezension] Kinsella, Sophie – Kennen wir uns nicht?

Originaltitel: Remember me?
Genre: Liebesromane & Frauenliteratur
Reihe: -
Verlag: Goldmann (2008)
Übersetzung: Jörn Ingwersen
ISBN: 9783442466559
Seiten: 409
Website der Autorin: www.sophiekinsella.co.uk

Kurzbeschreibung
Als Lexi Smart im Krankenhaus aufwacht, erleidet sie einen Schock: Nach einem Unfall sind die letzten drei Jahre komplett aus ihrer Erinnerung gelöscht, und sie erkennt sich selbst nicht wieder. Die junge Frau mit dem Mercedes-Cabrio, dem Chefposten und dem millionenschweren Ehemann soll sie sein? Offenbar hatte sie ein tolles Leben. Seltsam nur, dass sie mit ihren alten Kollegen im Streit liegt und ihre neue beste Freundin ein Hohlkopf ist. Und dann taucht auch noch ein höchst attraktiver Mann auf, der behauptet, ihr Liebhaber zu sein. Wie kann sie dieses Chaos in Ordnung bringen? Und vor allem: Wird sie je wieder herausfinden, wer sie wirklich ist?

libromanie-Rezension
Ein Autounfall sorgt dafür, dass Lexi Smart einen partiellen Gedächtnisverlust erleidet. Sie kann sich an die letzten drei Jahre ihres Lebens partout nicht erinnern und hat nicht die geringste Ahnung, wie sie zu dieser völlig fremden Person werden konnte, die ihr da aus dem Spiegel im Krankenhaus entgegenblickt.
Führte sie 2004 noch ein eher lausiges Leben, ist sie 2007 Chefin ihrer Abteilung, schwimmt in Geld und lebt mit einem millionenschweren Traummann in einem riesigen Loft. Ihre einst ungeraden Zähne sind plötzlich generalüberholt, ihre Kleidergröße ist um 2 Nummern geschrumpft und ihr ehemals struppiges Haar glänzt wie in der schönsten Shampoo-Werbung. Zunächst scheint es, als wäre Lexi in einem Traum aufgewacht. Aber: Wie perfekt ist ihr neues Leben wirklich?

In dem für sie typischen, frischen und schwungvollen Erzählton schickt Sophie Kinsella die Protagonistin ihres neuen Stand-Alones auf eine Reise in die Vergangenheit und damit auf die Suche nach sich selbst. Kein leichtes Unterfangen, wie sich herausstellt, denn zum einen weiß Lexi nicht, wem sie trauen kann, zum anderen ist es alles andere als bequem, hinter die perfekte Fassade zu schauen und sich einzugestehen, dass vielleicht doch nicht alles Gold ist, das ist glänzt. Nach und nach setzt Lexi ihr Persönlichkeits-Puzzle jedoch zusammen und erfährt, wer sie wirklich ist. Und wie aus dem Frettchen von damals die heutige Bossbitch aus der Hölle werden konnte.

So ist der Roman auch nicht nur komisch, sondern phasenweise etwas ernster als die anderen Bücher von Sophie Kinsella; schon auch deswegen, weil Lexi wesentlich verletzlicher und erwachsener ist als andere von der Autorin geschaffene Figuren.
Nichtsdestotrotz gibt es aber immer noch genügend Szenen, die mir die Lachtränen in die Augen getrieben haben. Selbst jetzt könnte ich mich wieder wegschmeißen, wenn ich nur an den Montblanc denke. Sophie’s Händchen für Situationskomik ist einfach unübertroffen.

Am Ende bleiben zwar noch ein paar kleinere Fragen offen, mich persönlich hat das allerdings nicht gestört, denn insgesamt ist der Abschluss gut so wie er ist.
Weniger gefallen hat mir allerdings, dass Lexi’s Leben gleich zu perfekt ist. Zwar erwarte ich von solchen Unterhaltungsromanen nicht, dass sie zu 100% glaubwürdig sind, aber die vielen extremen Veränderungen – vor allem in der kurzen Zeitspanne – waren doch etwas übertrieben. Daher auch nicht die volle Punktzahl.

FAZIT: Etwas viel Hollywood, aber eben auch absolut süffig, sodass man gar nicht anders kann als das Buch in kürzester Zeit wegzulesen.

Bewertung: 4ratten.png

PS: An der Übersetzung hatte ich im Übrigen nichts auszusetzen. Dennoch werde ich Kinsella-Bücher in Zukunft wieder im Original lesen, da chick lit für mich auf Englisch noch mehr Flair hat.

2 Comments

  • 18. November 2010 - 14:56 | Permalink

    wie auch bei marion keyes (wasermelone!) haben mir kinsellas ersten bücher am besten gefallen … dieses hier war sehr lustig und bei weitem besser als vieles, was so auf den markt kommt. trotzdem habe ich etwas vermisst. vielleicht sollte ich kinsella auch auf englisch lesen :)

  • 22. November 2010 - 22:58 | Permalink

    Das geht mir genau so. Die ersten Bücher von Marian Keyes fand ich großartig, die letzteren hingegen eher enttäuschend.
    Bei Sophie Kinsella ist es nicht ganz so schlimm, weil ich ihre StandAlones eigentlich immer sehr gerne mag. Die liebe Becky ging mir in den neueren Teilen zwischenzeitlich aber immer mal wieder ordentlich auf den Keks. Deswegen habe ich »Mini-Shopaholic« – obwohl es natürlich schon hier liegt – auch noch nicht angefangen.

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