Ariel Manto, Ich-Erzählerin meiner aktuellen Lektüre Troposhere veranstaltet ab und an gerne einen Leseexzess, hat davon aber eine völlig andere Vorstellung als ich.
Man muss jeden Tag Stunden damit verbringen, von mehr Büchern umgeben zu sein als man je lesen könnte. Dann fängt man mit einem an, wird aber von der Vorstellung abgelenkt, dass man genauso gut mit einem anderen hätte anfangen können. Am Ende des Tages hat man zwei überflogen und vier angefangen und den Schluss von ungefähr sieben gelesen. Man kann sich auf diese Weise durch eine ganze Bibliothek arbeiten, ohne je eins der Bücher richtig zu Ende gelesen zu haben.
- Scarlett Thomas – Troposhere, Seite 59 -
Finde ich total doof bzw. es spricht nicht gerade für ein Buch, wenn man es nur querliest und nicht gleich hängen bleibt und es Seite für Seite aufsaugen will. Denn das ist für mich ein richtiger Leseexzess. Nicht bloß anknabbern, sondern verschlingen. Ohne Unterbrechung. Mich so in einer fremden Welt verlieren, dass ich unansprechbar bin und mich erstmal zwei Sekunden sammeln muss, um wieder in den Alltag zurückzukehren.
Ariels Ansatz finde ich irgendwie frustrierend. Wie sie sich voller Hast durch eine ganze Bibliothek liest, getrieben von dem Gedanken, dass sie eh nie alle Bücher lesen werden kann, die sie lesen möchte. Damit habe ich mich längst abgefunden.
Nö, da lese ich lieber selektiv.





One comment
Guten Morgen,
nee, das wäre auch nix für mich: Ganz oder gar nicht und vor allen Dingen soll lesen Spaß machen, mich fesseln – das wäre für mich Stress und hätte nichts mehr mit einem Hobby zu tun.
Nicola