[Filmkritik] Harry Potter und der Halbblutprinz

Eigentlich bin ich wahnsinnig pingelig, was Buchverfilmungen anbelangt. Ganz besonders, wenn es um Harry Potter geht. So saß ich bislang noch jedes Mal im Kino und habe im Kopf alles ganz genau mit dem jeweiligen Buch abgeglichen. Nicht selten bekam meine Begleitung dabei ein empörtes “Das war im Buch aber nicht so!!” zugeraunzt.

Das war diesmal natürlich auch nicht anders. Und trotzdem hat mir «Harry Potter und der Halbblutprinz» ausnehmend gut gefallen. Der Soundtrack, der Schnitt, die vielen Details, von denen ich die Hälfte wahrscheinlich noch übersehen habe…
Vor allem aber hat mich die schauspielerische Leistung der Darsteller, insbesondere von Tom Felton (Draco Malfoy) und Jim Broadbent (Horace Slughorn) begeistert. Alan Rickman und Helena Bonham Carter muss ich ja wohl nicht extra erwähnen, oder?

Bereits in den ersten Minuten wird deutlich, wie sehr sich die Welt der Zauberer verändert hat. Dass selbst die Muggel betroffen sind und die nächsten 2 1/2 Stunden kein wirklicher Kinderfilm mehr werden.
Doch so dramatisch die Geschichte auch ist - es gibt, v.a. durch die Liebeleien der Zauberlehrlinge, genügend lustige und süße Szenen, die die düstere Atmosphäre immer wieder auflockern. Besonders meine Lieblingsfiguren Ron und Luna Lovegood hatten wieder mal urkomische Auftritte, die einfach nur zum Brüllen waren. Und einen Hauch von Romantik gibt es auch.

Von meiner Begleitung, die die Bücher nicht gelesen hat, bekam ich am Ende trotzdem zu hören, der Film sei zwar schön, aber im Vergleich zu den anderen doch ein wenig lahm gewesen. Spannende Stellen gibt es sicherlich, aber besonders actionreich ist der Film tatsächlich nicht.
Das ist das Buch aber auch nicht. Vielmehr hatte ich damals beim Lesen schon das Gefühl, dass der sechste Teil eher eine Vorbereitung auf das große Finale ist. Schlecht ist er deswegen aber ganz sicher nicht.

Mag sein, dass Kinobesucher, die nicht wissen, was sie erwartet, deshalb vielleicht etwas falsche Vorstellungen haben und am Ende womöglich enttäuscht sind. Ich war es definitiv nicht. Ich habe gelacht. Ich habe (fast) geweint. Das schreit nach einem zweiten Durchlauf.

Infos zum Film: Originaltitel - Harry Potter and the Halfbloodprince | Regie - David Yates | Produzent(en) - David Barron, David Heyman | Musik - Nicholas Hooper | Länge - 153 min. | FSK - 12

10 Responses to “[Filmkritik] Harry Potter und der Halbblutprinz”

  1. Lucidique Says:

    Interessant, dass der Trailer einen ziemlich Actiongeladenen 6. Teil verspricht, der doch eher “lahm” rüber gekommen ist. Nach einem Harry-Potter-Gedächtnis-Abend mit allen 5 Teilen werde ich mir den Film auch im Kino ansehen, so ganz scharf bin ich aber eigentlich nicht darauf… eher auf die Bücher, aber dafür müsste man wieder mehr Zeit und einen kleineren SUB haben :) Ein Teufelskreis.

    Zurück zum Thema: Schöne Rezi, nicht zu viel und nicht zu wenig verraten :)

    Liebe Grüße!

  2. Stefanie Emmy Says:

    Danke für die FIlmkritik! Ich würd mir den Film ja am liebsten gleich ansehen, aber ich hab meiner Schwester versprochen, zu warten, bis sie von ihrem Praktikum in Italien zurück ist –> 7 Wochen hinwarten, aber ich werds schaffen :)

  3. Kari Says:

    Hach ja, Nina, du hast genau das widergegeben, zu dem ich - nach sofortiger Kritik nach dem Film - nicht mehr in der Lage war. Einfach toll :)

  4. Nina Says:

    @ Luci
    Ich spoiler doch nicht! ;) Klar, der Trailer soll ja auch die Leute ins Kino locken, die die Bücher nicht kennen. Da muss Action rein. Wer die Bücher kennt, weiß aber, dass der sechste Teil eben phasenweise ruhiger ist. Ich glaub schon, dass er dir gefallen wird. Auch wenn die Bücher natürlich unübertroffen sind.
    Werde nach HEAVEN übrigens endlich mal THE TALES OF BEEDLE THE BARD lesen. Jetzt bin ich dafür richtig schön in Stimmung. :)

    @ Stefanie
    7 Wochen?! Da wünsche ich dir einen langen Atem! ;)

    @ Kari
    Na, wer nach deiner Kritik nicht in den Film will, der ist selbst schuld. Deine Begeisterung ist so ansteckend, da will man am liebsten sofort los. :D

  5. Sarah Says:

    Oh, wie schön, deine Kritik ist die erste, die ich zu hören/lesen bekomme und sie klingt ja echt toll!
    Ich freu mich schon soooo! :-D

  6. Sophie Says:

    Vorweg erst mal nur Gutes: Der Draco Malfoy Schauspieler hat seine Sache sehr gut gemacht, ich war durchaus positiv überrascht. Ebenso wie der Slughorn Schauspieler.
    Nun zum enttäuschendem Teil: Ich hab alle Bücher gelesen und bisher auch alle Filme geschaut, aber was man bei diesem 6. Teil zusehen bekommen hat, war einfach nur lächerlich. Ich bin kein großer Actionfan, mich interessiert eher die inhaltliche Umsetzung.
    Der Film hat auch nicht im Ansatz das Buch umgesetzt und alle die etwas anderes sagen, haben das Buch entweder vor 25 Jahren gelesen oder es einfach komplett verdrängt.
    Ich war von allen HP Filmen stark enttäuscht, aber das war die Spitze des Eisberges. Wo war der Halbblutprinz? Wo war die Schlacht in Hogwarts? Was sollte das mit dem Fuchsbau? Die Todesser war anscheinend einfach nur so in Hogwarts. Haben niemanden gekillt oder verletzt. Nur Dumbledore, aber das wurde ja schon von Snape erledigt, also was wollten sie da? Wo war Dumbledores Beerdigung? Diese war der emotionalste Moment des ganzen Buches (beim Lesen des Buches musste ich an der Stelle weinen). Und was um alles in der Welt sollten diese blöden und lächerlichen Liebes-Kinder-Teeny Highschool Szenen. Solch Geplänkel entsprach nicht dem Buch und hat auch im Film total gelangweilt. Und dann sagt Dumbledore auch noch so Sachen wie „Du solltest dich rasieren Harry“ oder „Sag mal, hast du was mit Hermine“. Der doch so kluge Dumbledore wird komplett ins Lächerliche gezogen und dann muss er auch noch so sterben. Es ist in Ordnung, dass man manches leicht verändern oder rauslassen muss, aber das hier war gar kein HP mehr, sondern irgendwas anderes. Die Handlung wurde überhaupt nicht erläutert, was ist jetzt mit den anderen Horcruxen und wie soll Harry die finden, er weiß eigentlich überhaupt nichts darüber. Das Buch handelt größtenteils von der Geschichte zu Voldemort, es dient dem Verstehen, aber der Film nur von irgendwelchen absurden Liebesdingen. Hermine und Ron spielen überhaupt keine Rolle mehr. Und das mit Ginny und Harry ist so unglaublich kindisch.

    […] und warum in aller Welt liegt der Zauberstab von Dumbledore auf seinen Schreibtisch[…] Bemerkung entspoilert, Nina

  7. Nina Says:

    Hallo Sophie,

    interessant, auch mal eine negative Meinung zu dem Film zu hören. Du scheinst ja wirklich sehr enttäuscht zu sein.

    Zu deiner Kritik:
    Ich habe die Bücher weder vor 25 Jahren gesehen noch komplett verdrängt. Ich habe alle Bände mehrfach gelesen, im Kino sehr wohl Abweichungen erkannt und kann dennoch behaupten, dass der Film das Buch durchaus wiedergibt. Sogar mehr als nur im Ansatz. Dass nicht alles 1:1 umgesetzt werden kann, weiß man nach 5 Vorgängern ja mittlerweile. ;)

    Wo war der Halbblutprinz?

    Für mich war das, gemessen an der Spielzeit des Films, deutlich genug.

    Wo war die Schlacht in Hogwarts? Was sollte das mit dem Fuchsbau?

    Die Schlacht hat mir auch gefehlt. Die Beerdigung wird womöglich Bestandteil des ersten Films zu Band 7 werden, denke ich.
    Die Sache mit dem Fuchsbau hätte man sich sparen können, sie hat mich aber auch nicht besonders gestört. Ich weiß zwar auch nicht, warum Sachen erfunden werden müssen, wenn das Buch eigentlich genug hergibt, aber für sich gesehen macht das den Film deswegen nicht schlecht.

    Und was um alles in der Welt sollten diese blöden und lächerlichen Liebes-Kinder-Teeny Highschool Szenen. Solch Geplänkel entsprach nicht dem Buch und hat auch im Film total gelangweilt.

    Ich fand’s supersüß und amüsant und da du die Bücher gelesen hast, weißt du doch, dass diese Liebeleien im Buch auch eine große Rolle spielen. Zum einen werden die Kinder mit der Zeit einfach erwachsen und zum anderen predigt Dumbledore doch auch immer, wie wichtig die Liebe im Kampf gegen das Böse ist.

    Und dann sagt Dumbledore auch noch so Sachen wie „Du solltest dich rasieren Harry“ oder „Sag mal, hast du was mit Hermine“. Der doch so kluge Dumbledore wird komplett ins Lächerliche gezogen…

    Für mich wurde er nicht ins Lächerliche gezogen, sondern es wird mit wenigen Worten deutlich gemacht, dass er für Harry so etwas wie eine Vaterfigur ist.

    Hermine und Ron spielen überhaupt keine Rolle mehr.

    Gerade das Verhältnis zwischen den drei Freunden wird doch gut beleuchtet. Besonders noch mal am Ende.

    Was Dumbelores Zauberstab angeht… Der wird wahrscheinlich noch mal extra gezeigt, damit man ihn für die Fortsetzung in Erinnerung behält. ;)

  8. momo Says:

    @Für mich war das, gemessen an der Spielzeit des Films, deutlich genug.

    Genau das ist das Problem. Die Spielzeit des Films! Mit 30 Minuten mehr und weglassen der ‘Fuchsbauangriffsszene’ hätte man so einiges besser machen können. 170-180 Minuten gab’s auch schon bei Herr der Ringe!

  9. Nina Says:

    Klar, die 5 Minuten Fuchsbau hätte man streichen können, stattdessen ein paar mehr weggelassene Szenen einbauen. Allerdings, wo zieht man da die Grenze? Das Buch kann einfach nicht wortgetreu umgesetzt werden, das Ergebnis soll einfach nur ein guter Film sein. Ein Film, der auch für diejenigen spannend ist, die die Bücher nicht gelesen haben. Also haben sie die Fuchsbauszene eingebaut, um ein bisschen mehr Action auf die Leinwand zu bringen. Ist für mich völlig legitim. Uns Fans können sie es eh nicht recht machen, also versuchen sie eine gesunde Mischung zu finden und ich finde, das ist ihnen gelungen.

    Ich habe irgendwo auch ein sehr tolles Video-Interview mit den Darstellern gesehen… Ich werde mal danach suchen. Das fand ich nämlich sehr aufschlussreich.

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