[Rezension] Jinks, Catherine – Teuflisches Genie

Originaltitel: Evil Genius
Genre: Kinder- und Jugendliteratur
Reihe: Teuflisch (1)
Verlag: Droemer/Knaur (2008)
Übersetzung: Jakob Schmidt u. Bernhard Kempen
ISBN: 9783426500415
Seiten: 556
Website der Autorin: www.catherinejinks.com

Kurzbeschreibung

Mit sieben Jahren lernt Cadel, wie man sich in Computernetzwerke hackt. Mit acht legt er schon ganze Städte lahm. Und mit vierzehn beginnt er seine Ausbildung am AXIS-Institut, wo Spionage, Sabotage und Giftmord auf dem Lehrplan stehen. Sein Ziel: eines Tages die Weltherrschaft an sich reißen und damit den Traum seines Vaters erfüllen, eines ebenso brillanten wie eiskalten Verbrechers. Da gibt es nur ein Problem: Cadel soll durch und durch böse sein – und ist eigentlich ein richtig netter Junge…

Rezension

Schon früh bewegt sich der junge Cadel aus Langeweile und Wissensdrang am Rande der Illegalität. Mal hackt er sich in fremde Computer ein, mal manipuliert er sämtliche Vorgänge in seiner Schule und versaut seinem kompletten Jahrgang das Abschlusszeugnis.
Als er nach mehreren übersprungenen Klassen mit gerade mal 14 Jahren seine Schullaufbahn beendet, bekommt er das Angebot, am AXIS-Institut zu studieren. Nach außen hin scheint dieses eine ganz normale Lehranstalt für Hochbegabte zu sein, doch statt der üblichen Studiengänge werden dort Kurse wie Täuschung, Infiltration und Lügen angeboten, Rechtswissenschaften werden nur gelehrt, damit die kriminellen Absolventen wissen, wie sie die geltenden Gesetze möglichst gerissen umgehen können.

Dank seiner enormen Intelligenz und seines jungenhaft unschuldigen Aussehens können seine Mitschüler Cadel in kaum einer Disziplin das Wasser reichen. Sein Vater, ein verurteilter Schwerverbrecher, hat jedenfalls große Pläne mit ihm: Cadel soll mit seiner Hilfe nichts Geringeres als die Weltherrschaft erreichen.
Als sich am Institut jedoch immer mehr mysteriöse Vorfälle häufen und Cadel beginnt, den Ursachen dafür auf den Grund zu gehen, gerät seine eigene kleine Welt ziemlich ins Wanken…

Der Anfang des Buches wirkt kaum durchdacht und wird durch die Einführung unzähliger Nebenfiguren unnötig in Länge gezogen. Zum Glück kommt man dank der kurzen Kapitel und des einfachen Stils trotzdem relativ schnell voran und nach etwa 2oo Seiten verliert sich die anfängliche Oberflächlichkeit. Man entdeckt einen roten Faden und die Geschichte kommt in Fahrt, denn plötzlich weiß man von einem Moment auf den anderen nicht mehr, wem man nun trauen kann und wem nicht.

Hinzu kommt, dass auch Cadel einem mit der Zeit immer mehr ans Herz wächst. War der Junge zu Beginn noch ein kaltblütiger kleiner Mistkäfer, der allen nur Böses wollte, findet er sich bald selbst in der Opferrolle wieder und weckt beim Leser ungeahnte Sympathien. Aus seinem zunächst eindimensionalen Charakter wird eine runde Figur, deren Schicksal man gespannt verfolgt.
Abgesehen von seinen detailliert geschilderten Hackereien vielleicht, denn die dürften für Leser, die Cadels Begeisterung für Computer und Netzwerke nicht nachvollziehen können, weniger interessant sein. Vor allem, da öfters unklar auch ist, was technisch tatsächlich möglich ist und was in den Bereich der Fantasy gehört.

Gegen Ende baut der Roman allerdings wieder deutlich ab. Die Ereignisse überschlagen sich und die wiederholte Verwendung bestimmter Stilmittel lassen die Erzählung hektisch und wirr wirken, so dass man schnell den Überblick darüber verliert, wer nun was mit welcher Folge unternommen hat und wer mit wem in Verbindung steht.
Außerdem könnte so manchem Leser die Tatsache, dass eine (natürlich böse) Nebenfigur Adolf heißt, die noch dazu Führer genannt wird, sauer aufstoßen. Besonders, wenn der Plan der AXIS-Verbrecher darin besteht, «genetisch minderwertiges Material» zu vernichten, damit die Welt nur noch von ihnen, den besseren Menschen, bevölkert wird.

Die Aufmachung des Buches ist mit dem schwarz gefärbten Schnitt sicher ein Eyecatcher, allerdings kleben die Seiten oft unschön aneinander, so dass man beide Hände zum Umblättern braucht, was etwa für Während-des-Essens-lesen-Leser ziemlich unpraktisch ist.

FAZIT: Sieht man von den ersten und den letzten Seiten ab, hat man immerhin einen spannenden Mittelteil und eine interessante Hauptfigur, deren Geschichte in der Fortsetzung Teuflisches Team bereits weitererzählt wurde. Gleich im Anschluss lesen muss man diese aber eher nicht.

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One Response to [Rezension] Jinks, Catherine – Teuflisches Genie

  1. Diana sagt:

    Bin gerade dabei, das Buch zu lesen und froh, dass es anscheinend besser wird.

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