Originaltitel: – 
Genre: Liebesromane & Frauenliteratur
Reihe: -
Verlag: Lübbe (2009)
Übersetzung: -
ISBN: 9783404162369
Seiten: 283
Website der Autorin: -
Kurzbeschreibung
Hanna hat keinen Freund. Und sie hat die klassische Eieruhrfigur. Zu beidem steht sie. Trotzdem muss man Letzteres ja nicht gleich in die Cyberwelt hinausposaunen. Prompt lernt sie beim Chatten “Boris” kennen, endlich den Mann, der all das zu haben scheint, was Hanna sich wünscht. Beim Online-Partnerschaftstest erreicht er 397 von 400 Punkten. Einem Real-Date steht nichts mehr im Weg. Wäre da nicht der neue Chef. Der ist nämlich sehr viel charmanter als zunächst vermutet und ein ernsthafter Konkurrent für den 397-Punkte-Mann aus der Chat-Runde…
Rezension
Ich hasse alle Möbel, deren Beine länger sind als meine eigenen. (Seite 38)
Johanna Rübenstrunck ist weder mit einem wohlklingenden Namen gesegnet, noch mit einer tollen Figur. Ihre Statur gleicht vielmehr einer Eieruhr, also schmal in der Mitte und oben und unten eher ausladend. Doch das stört Hanna wenig. Wofür gibt es schließlich Stretchhosen in Größe 42? Und auch für einen Freund hat die 26jährige Journalistin keine Zeit. Im Großen und Ganzen ist Hanna also zufrieden.
Das ändert sich allerdings schlagartig, als sie eine Story über Liebe im Internet schreiben soll und in einem Test-Chat auf Boris trifft, der sich anhand eines Partnerschaftstests als ihr perfektes Gegenstück entpuppt und Hanna so schnell wie möglich persönlich kennen lernen möchte. Blöd nur, dass Hanna ihm erzählt, sie passe in Größe 36.
Plötzlich kommt sich Hanna gar nicht mehr so schön vor und beschließt, ordentlich abzuspecken. Doch mit der Diät kommen die Probleme, die gewissermaßen in einem Massaker im Vorgarten gipfeln…
Der Weg zum obligatorischen, früh vorhersehbaren Happy End ist allerdings ziemlich holprig geraten, was hauptsächlich daran liegt, dass Hannas Entscheidungen kaum nachvollziehbar sind und ihre Entwicklung völlig abgehackt vonstatten geht.
Erst erzählt sie noch lang und breit, wie zufrieden sie mit sich ist und im nächsten Moment will sie sich radikal verändern, nur weil irgendein Mensch, den sie noch nie gesehen hat, denkt, sie wäre schlanker. Das passt einfach so gar nicht zu ihrer sonst so pragmatischen, strebsamen und teils sogar sehr selbstgerechten Art. Über die kompletten knapp 300 Seiten konnte ich mir kein zufrieden stellendes Bild von ihr machen, was zur Folge hatte, dass mir ihr Schicksal auch ziemlich egal war.
Nein, ich mochte sie nicht. Da half es auch nichts, dass sie mich als Leser persönlich ansprach.
Die anderen Figuren waren zunächst noch interessanter, allen voran die mit ihren drei kleinen Kindern völlig überforderte Schwester («Oh nein! Finn! Lass das liegen! Das ist bah! Das ist Aa! Nicht anfassen! Bah! Aa! Kannst du nicht hören? DAS IST VERDAMMTE HUNDESCHEISSE!») und die abgedrehte Hippiemutter, die darauf besteht, dass der Mond eine Mondin ist und mit ihrer weltfremden Lebensanschauung für heilloses Chaos sorgt, das die Familie beinahe entzwei brechen lässt.
Auf Dauer sind die beiden Damen, ebenso wie die stinkende Gothic-Freundin des Bruders, aber einfach nur total überzeichnet und man fragt sich, was das Ganze soll. Denn, eigentlich soll es doch um Hanna gehen, aber da sowohl sie als Person und als auch ihr kleiner Internetflirt sonst wohl zu langweilig gewesen wäre, wird versucht, die Geschichte mit unzähligen Diät-Tipps und übertriebenen und unrealistischen Szenen aufzubauschen, deren Einfluss auf Hanna auch nicht wirklich klar ist.
Alles in allem war ich von dem Roman deshalb ziemlich enttäuscht. Zwar ist Kerstin Giers Schreibstil wie immer sehr einfach und flott zu lesen und hier und da entlockte sie mir auch einen fetten Schmunzler, aber nächste Woche habe ich wahrscheinlich schon wieder vergessen, dass ich das Buch überhaupt gelesen habe.
FAZIT: Jugendromane von Kerstin Gier – ja! Frauenbücher – na ja. Zumindest nicht dieses.





Mit deinem Fazit sprichst du mir aus dem Herzen
Ich bleib auch lieber bei ihren Jugendbüchern, typische Frauenromane sind für mich einfach nichts…
Ach, gegen Frauenromane hab ich an sich nichts. «Für jede Lösung ein Problem» von der Autorin fand ich auch gar nicht schlecht. Aber im Vergleich zu «Rubinrot» hatte ich fast das Gefühl, dass jemand anders die Geschichte geschrieben hat.
Von daher bliebe ich Giertechnisch bei der Zeitreise-Trilogie und wenn ich einen Frauenroman lesen möchte, greife ich zu Kinsella, Keyes, Jewell und Co. Die englischen Schriftstellerinnen gefallen mir da irgendwie besser.