Was so ein Nobelpreis doch bewirkt.

Zehn Jahre nach der Ehrung von Günter Grass ging der Literaturnobelpreis gestern erneut nach Deutschland, genauer gesagt an die 1953 in Rumänien geborene Schriftstellerin Herta Müller, deren neuestes Werk «Atemschaukel» beim Hanser Verlag erschienen ist.

Mir persönlich war sie - wie auch schon der letztjährige Preisträger - kein Begriff. Was natürlich nichts heißen soll. Ich gratuliere ihr recht herzlich zu ihrem Erfolg! Lesen mag ich das Buch aber dennoch nicht. So grandios es auch sein mag, es interessiert mich einfach nicht. Literaturpreis hin oder her.

Offensichtlich gibt es aber etliche Leute, die das anders sehen und dank des Preises neugierig auf das Buch bzw. die Person dahinter geworden sind. So wurde heute unzählige Male nach dem «Buch der Nobelpreisträgerin. Oder was anderes von ihr» gefragt.
Ich bin jedoch ehrlich gespannt, wie groß das Interesse noch sein wird, wenn das Buch in 1-2 Wochen wieder vorrätig ist. Vormerken lassen wollte sich bislang nämlich kaum jemand.

14 Responses to “Was so ein Nobelpreis doch bewirkt.”

  1. Sven Says:

    So ein Hype legt sich sicher wieder, aber wenn die schon so einen Preis gewinnt, muss an den Werk ja irgendwas dran sein. Ich muss auch ehrlich sein, bis gestern kannte ich sie auch nicht und ich glaube auch nicht das sich das ändern wird, aber ich schaue gerne mal in meiner Bibliothek nach ihr und wenn sie es haben, lese ich mal rein.

    Lieben Gruß
    Sven

  2. Mandel Says:

    Na ja, ich versteh häufig auch nicht warum gewissen Filme einen Oskar bekommen konnten. Dementsprechend ist es bei mir auch im Bereich der Literatur.

  3. Jessi. Says:

    Mir sagt sie auch nichts, aber der Tiel hört sich doch vielversprechend an. Trotzdem finde ich, dass mehr die ungekürten Bücher lesenwert sind. Ich geh morgen mal zu meiner Lieblingsbibliothek.

    Grüße.

  4. Ayhan Says:

    Wir gratulieren Herta Müller zum Literaturnobelpreis 2009

  5. Tine Says:

    Natürlich gratuliere ich auch der Gewinnerin.

    Dennoch gehts mir wohl wie vielen, die sie gar nicht kennen.
    Lesen werd ich sie wohl auch nicht, denn mir sagt das Thema vom Buch einfach schon nicht zu.

  6. Kari Says:

    Mir war Herta Müller bisher auch kein Begriff, aber neugierig bin ich durch die Preisverleihung auf jeden Fall geworden. Ob ich mir auch ein Buch von ihr kaufe, weiß ich noch nicht, da mein Zeitplan momentan sehr straff gezogen ist. Ganz mein Thema ist es zwar auch nicht, aber sowas hält mich in dem Fall auch nicht vom Lesen ab… ^^

  7. Nina Says:

    An dem Werk ist sicherlich was dran, aber eben nicht für mich. Den Titel finde ich noch nicht mal schlecht, aber inhaltlich interessiert mich das Buch eben so gar nicht. Nennt mich oberflächlich, aber alleine das Cover schreckt mich schon ab. :oops:
    Wie gesagt, ich gönne Frau Müller die Auszeichnung und die damit verbundene, erweiterte Leserschaft von Herzen, aber mein SuB sitzt mir doch zu sehr im Nacken als dass ich meine begrenzte Lesezeit einem Buch schenke, das ich eigentlich nicht wirklich lesen möchte.

  8. Maren Says:

    Mich interessiert das Buch auch nicht (aber ich lese ja auch generell nur Hera Lind und keine deutliche, starke und notwendige Prosa…)

    Ich finds ehrlich gesagt furchtbar armselig, ein Buch zu lesen, nur weil der Schreiber den Nobelpreis bekommen hat. 1 Tag nach der Gewinnerbekanntgabe (oder wie sich dass nennt) wurde im Fernsehen gezeigt, dass viele Buchhändler erstmal ihre Antiquariate entstauben mussten oder gänzlich auf Neulieferung gewartet haben, da Frau Müller wohl eher nicht so gefragt und bekannt war.

  9. Nina Says:

    Hehe, die Hera-Lind-Sache hab ich gelesen. Zwar verständlich, aber schade, dass du die Kommentarfunktion gesperrt hast. Ich hätte dir gerne Recht gegeben. ;)

    Ich schwanke allerdings noch, ob ich die vermehrte Nachfrage nun löblich finden soll oder nicht. Ich finde es schon gut, dass überhaupt Interesse gezeigt wird. Und solange das Buch dann tatsächlich auch gelesen wird und nicht nur im Regal steht, damit man eben ‘nen Nobelpreisträger zu Hause hat, finde ich das gar nicht verkehrt. Irgendwie muss man ja auf Bücher aufmerksam werden, warum also nicht durch die Auszeichnung?
    Wenn sich Leute nun aber zwingen, das Buch zu lesen, nur um sagen zu können, dass sie es gelesen haben oder meinen, dass man es nun unbedingt gelesen haben muss, dann kann ich das auch nicht nachvollziehen bzw. lasse mich davon auch nicht beeinflussen.

    Was die TV-Nachricht im Hinblick auf die Buchhandlungen angeht… Das kann ich zumindest für die Buchhandlung, in der ich jobbe, bestätigen. 2 Exemplare waren vorrätig. Alle anderen Interessenten müssen erst 1-2 auf die Neulieferung warten. Aber, wie im Beitrag bereits geschrieben, vorbestellen wollte das Buch kaum jemand. Deswegen bin ich sehr gespannt, wie sich die Sache in den nächsten Tagen/Wochen entwickelt.

  10. Charisma Says:

    Habe einen Artikel in unserem Kreisblatt über H. Müller gelesen und werde mir kein Buch von ihr vorbestellen oder kaufen.
    Ich bin gespannt, was nach der Frankfurter Buchmesse ‘09 alles Neues und Spannendes auf den Markt kommt, da wird sich noch genug zu lesen finden … ;)

  11. maren Says:

    Ich finde, Interesse sollte man aus eigenem Antrieb entwickeln, das ist sonst für mich kein “echtes” Interesse, sondern purer Herdentrieb. Also natürlich ist es “löblich”, dass überhaupt gelesen wird, aber ich für meinen Teil entscheide mich lieber ganz ohne Auszeichnungen, aber aus eigenem Antrieb und persönlichem Interesse für Hera Lind (Sophie Kinsella, von Kürthy, you name it…) als nur aufgrund der Tatsache, dass eine wichtige Auszeichnung vergeben für für Le Clézio oder Lieschen Müller.

  12. Nina Says:

    @ Charisma
    Stimmt, diesen Herbst gibt es auch genug andere, verlockende Bücher. Meine Wunschliste wächst und wächst… ;)

    @ Maren
    Ehrlich? Mein allererster Gedanke war auch «Wie doof ist das denn jetzt?» Ich kann also verstehen, was du meinst. Mittlerweile denke ich mir aber einfach, dass man ja irgendwie auf ein Buch aufmerksam werden muss und wenn die Leute sich tatsächlich für den Inhalt interessieren oder einfach nur neugierig geworden sind, weil sie wissen wollen, was das Buch nobelpreiswürdig macht…bitte. Mir soll’s recht sein.
    Ich selbst wähle meine Lektüre auch anders aus und werde definitv nichts nur deshalb lesen, weil es ausgezeichnet wurde, aber ich mag jetzt trotzdem nicht jedem, der das Buch nun lesen will, unterstellen, dass er nur dem Herdentrieb folgt.
    Davon abgesehen finde ich es z.B. auch langweilig, dass Buch- oder auch Filmpreise immer nur an deutsche Künstler verliehen werden, wenn diese bestimmte Themen behandeln. Aber so ist das wohl.

  13. Maren Says:

    Jetzt wo du es sagst - das mit den Themen bei dt. Preisträgern stimmt irgendwie auffallend oft! Ist mir noch gar nicht aufgefallen, aber ist schon interessant.

    Das mit dem Herdentrieb war vllt ein bisschen krass ausgedrückt. Aber der plötzliche Run auf ein Buch, das bisher offenbar eher in der Ladenhütersparte zu finden war, kann mMn auch nicht nur auf echtem Interesse gegründet sien.

    Aber du kannst ja bei Gelegenheit mal berichten, wie das so weitergeht bei Euch mit Herta Müller!

  14. Nina Says:

    Dass das Interesse nicht bei allen Käufern aus den von uns vielleicht erwarteten/gewünschten Gründen entstanden ist, glaube ich auch. Ein paar Mitläufer sind sicher dabei. Aber das ist wohl bei jedem Hype so.
    Ich werde auf jeden Fall ein Auge drauf haben, wie es mit dem Buch bei uns weitergeht.

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