Originaltitel: Twenties Girl 
Genre: Liebesromane & Frauenliteratur
Reihe: -
Verlag: Manhatten (2009)
Übersetzung: Jörn Ingwersen
ISBN: 9783442546473
Seiten: 495
Website der Autorin: www.randomhouse.com/bantamdell/kinsella
Kurzbeschreibung
Sadie Lancaster ist im stolzen Alter von 105 Jahren in einem Altersheim verstorben, doch das würde man dem quirligen 23jährigen Mädchen nicht ansehen, das Lara erscheint und von ihr verlangt, eine Halskette zu finden, an der ihr ganzes Herz hängt. Außerdem will die kapriziöse, lebenslustige Sadie noch einmal richtig Spaß haben, tanzen, flirten und Champagner trinken. Und auch dazu braucht sie Laras Hilfe. Ehe sie sich’s versieht hat Lara ein Date mit einem ihr völlig unbekannten Mann, den Sadie ausgesucht hat, da er sie an Rudolph Valentino erinnert. Mit ihm soll Lara ausgehen, die unsichtbare Sadie im Schlepptau. Dass Lara eigentlich ihren Exfreund Josh zurückerobern möchte, ist Sadie herzlich egal. Im Charlestonkleid und mit ondulierten Haaren muss Lara einen Abend mit Ed verbringen- und das ist erst der Anfang ihrer Probleme.
Rezension
«Manchmal denke ich, wir wären als Pusteblumen besser dran – keine Familie, keine Vergangenheit, freischwebend mit dem Wind, jeder mit seinem eigenen puscheligen Fallschirm.» (Seite 7)
Eigentlich hat die junge Londonerin Lara schon genug Probleme am Hals. Ihr Freund hat sie von heute auf morgen verlassen, ohne ihr einen Grund für die Trennung zu nennen, ihre beste Freundin lässt sie in der gemeinsamen Firma sitzen, obwohl Lara vom Headhunting keinen blassen Schimmer hat und ihre Familie geht ihr wohlmeinend auf den Zeiger.
Doch es kommt noch schlimmer! Auf der Beerdigung ihrer Großtante Sadie, die mit 105 Jahren verstorben ist, hört Lara eine Stimme und plötzlich erscheint vor ihr der Geist der 23jährigen Sadie, die Lara anfleht, ihr bei der Suche nach einer Kette zu helfen, ohne die sie keine Ruhe finden kann. Damit fängt das Chaos so richtig an, denn Sadie will nicht nur ihre Kette zurück, sie möchte auch noch mal ordentlich feiern, bis sich der Sargdeckel für sie endgültig schließt. Bestenfalls in attraktiver, männlicher Begleitung…
Sophie Kinsella ist für mich derzeit die unangefochtene Königin der romantischen Komödien. Kaum eine andere Autorin hat so ein Gespür für Situationskomik und schafft es, mich während der Lektüre mehrfach lauthals zum Lachen zu bringen.
Ihre Charaktere sind stets liebenswert, im Hinblick auf das Genre glaubwürdig genug und man würde ihnen auch anschließend am liebsten regelmäßig einen Besuch abstatten, um zu sehen, wie es ihnen gerade geht.
Natürlich ist das Ende etwas dick aufgetragen und die Entwicklung der Liebesgeschichte früh absehbar, doch das ist chick-lit-typisch und auch gut so. Es zählt doch gerade der Weg zum Happy End und der ist auch diesmal wieder höchst amüsant und stellenweise sogar richtig rührend und erstaunlich tief greifend.
Manchmal macht sich Lara für Sadie zwar arg zum Affen und man fragt sich, warum sie sich das gefallen lässt. Sadie ist gerade zu Beginn nämlich alles andere als ein nettes Spukgespenst. Die alte Dame im „Körper“ einer jungen Frau hat einen ziemlichen Sturkopf und kann ganz schön nervig sein. Je mehr man über sie und ihr Leben erfährt, desto mehr wächst sie einem jedoch ans Herz und am Ende musste ich doch ordentlich schlucken.
Aber auch Lara macht eine schöne Entwicklung durch, die dadurch authentisch wird, dass sie manchmal auch ganz schön auf dem Schlauch steht und eigentlich klare Dinge einfach nicht wahrhaben möchte und verdrängt. Gut, dass sie Sadie hat, die ihr mit der Zeit die Augen öffnet.
So gibt es in dem Roman nicht nur eine romantische Liebesgeschichte, sondern auch noch eine ergreifende Story um eine ungewöhnliche, wichtige Freundschaft. Ich freue mich jetzt schon wieder auf Nachschub von der Autorin.
FAZIT: Bloß nicht von der übersinnlichen Komponente abschrecken lassen! Trotz der Geistergeschichte ist der Roman alles andere als kitschig und hat nur einen Nachteil, nämlich dass man ihn viel zu schnell durch hat.
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9 Comments
Gut, dass du am Ende noch schreibst, dass man sich davon nicht abeschrecken lassen soll. Das klingt nämlich für Chick-Lit meiner Meinung nach ziemlich “aus dem Hut gezaubert”. Aaaaaber alles andere konnte mich ganz gut davon überzeugen, dass vom Weihnachtsgeld dann eventuell mein erstes Buch von der guten Dame angeschafft wird
Hoffentlich ist bald Weihnachten!
Echt, gibt es tatsächlich ein Genre, das als chick-lit bezeichnet wird, *ggg*?
Von Sophie Kinsella kenne ich nur irgendwas mit Gummistiefeln, wo eine Frau ihren Job verliert und sich dann als Küchengenie ausgibt… Ist nicht so ganz meins. Cecilia Aherns habe ich mal eine Weile ganz gern gelesen, aber irgendwie ist immer alles sehr ähnlich gestrickt.
So long,
Corinna
@ Katrin
Ich würde sagen, das Übernatürliche wirkt in dem Roman nicht mehr aus dem Hut gezaubert als etwa bei den Büchern von Cecelia Ahern. Klar muss man sich darauf einlassen können, aber irgendwie passt es halt.
Kinsella ist wirklich eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen. Über manche Szenen als älteren Büchern kann ich mich immer noch schlapp lachen, wenn ich daran denke.
@ Frau_Mahlzahn
Jepp, derartige Frauenromane heißen im englischsprachigen Bereich chick-lit. Manche finden diese Bezeichnung abwertend, ich finde sie niedlich. Passt also.
Die Romane von Kinsella und Ahern kann man – abgesehen von dem kleinen Hinweis eben- mE aber nicht wirklich miteinander vergleichen. Kinsella ist frisch, frech und vor allem lustig, während Ahern mehr rührselig-lieb-traurig-schön schreibt. Man muss es aber mögen und mit ihrem Humor klarkommen, ansonsten bringt das natürlich nichts.
Das krieg ich auch bald (auf Englisch) und freu mich schon bzw hoffe, dass die TP nach nunmehr 10 tagen so langsam mal zu Potte kommt mit dem Versenden.
PS: “Chick-Lit” finde ich weder niedlich, noch abwertend, sondern schlicht pervers
Also rein vom Klang des Wortes und meiner Assoziation dazu. Ich sage weiterhin Frauenromansche!
Ich wollte mir das Buch letztens auch besorgen, weil mir “Sag’s nicht weiter Liebling” von Kinsella super gefallen hat. Aber irgendwie kam ich noch nicht dazu xD Ich glaub ich werd es mir einfach zum Geburstag wünschen^^
Na dann wünsche ich dir viel Glück, dass sich ein Schenker für das Buch findet! Wenn ich mir Bücher wünsche, heißt es nämlich «Du hast doch schon genug».
hi!
Bin eben über dein Blog gestolpert. Ich freue mich schon ewig auf das Buch (finds aber noch zu teuer), allerdings bin ich doch etwas skeptisch. Übersinnlich und Kinsella? Passt das?
Aber wenn du sagst, man soll sich davon nicht abschrecken lassen (würde ich sowieso nicht tun, ich liebe ihre Bücher), werde ich mich dann voller guter Erwartungen ans Lesen machen.
lg
Marimirl
Hallo Marimirl,
Kinsella-Fans sind hier natürlich ganz besonders willkommen!
Die übersinnliche Komponente ist auch nicht besonders ausgebaut oder so. Da ist halt ein Geist und der sorgt für Trouble. Ungefähr so wie bei «Solange du da bist» von Marc Lecy, falls du das kennst.
“Die Romane von Kinsella und Ahern kann man – abgesehen von dem kleinen Hinweis eben- mE aber nicht wirklich miteinander vergleichen.”
Super, dann werde ich mir wohl wirklich mal ein Buch von ihr besorgen, mit Ahern konnte ich nämlich nichts anfangen *schäm*
Mal schauen, “Twenties Girl” klingt ja eigentlich ganz gut…hmm…