Originaltitel: Meridian 
Genre: Jugendliteratur
Reihe: Fenestra (1)
Verlag: PAN (2009)
Übersetzung: Karin Dufner
ISBN: 9783426283011
Seiten: 347
Website der Autorin: www.amberkizer.com
Kurzbeschreibung
»Mein Name ist Meridian. Ich gehöre leider nicht zu den Mädchen, die man gerne zu Geburtstagsfeiern einlädt – denn obwohl ich es ganz sicher nicht will, muss ich mein Leben mit dem Tod teilen. Ich bin eine Fenestra: Durch mich gelangen die Seelen der Verstorbenen in den Himmel. Aber davon wusste ich nichts, bis ich sechzehn Jahre alt wurde – und plötzlich in großer Gefahr schwebte…«
Einzig und allein die Seele, die durch mich hindurchgeht, könnte bestätigen, dass ich die Wahrheit sage. Doch leider wird sie anschließend kein Telegramm an ihre Freunde und Angehörige schicken, in dem sie ihnen mitteilt, dass ich nicht übergeschnappt bin. (Seite 189)
Rezension
Schon seit ihrer Geburt ist der Tod der ständige Begleiter von Meridian. Jeder neue Morgen beginnt für sie mit dem Entsorgen von Tierkadavern, die sich in ihrem Zimmer, in ihrem Bett, manchmal sogar auf ihrem Kopfkissen sammeln. Mit der Zeit lernt sie, sich mit dem Gedanken zu arrangieren, dass sie für den Tod der Kreaturen verantwortlich ist und auch die schlimmen Schmerzen, für welche die Ärzte keine Ursache finden, gehören bald schon zu ihrem Leben. Ein Leben als übernächtigte, ständig kränkelnde Einzelgängerin.
An ihrem 16. Geburtstag kommt es dann zur Katastrophe. Nachdem Meridian nur knapp einem Anschlag auf ihr Leben entkommen ist, bei dem mehrere junge Menschen sterben müssen, wird sie von jetzt auf gleich zu ihrer Tante Merry geschickt. Den Kontakt zu ihren Eltern und dem jüngeren Bruder muss sie zur Sicherheit aller sofort abbrechen.
Völlig verstört reist Meridian nach Revelation in Colorado und erfährt dort endlich von ihrem Schicksal: Meridian ist eine Fenestra, ein Wesen, das die Seelen von Verstorbenen in den Himmel geleitet. Riskant ist nur, dass mittlerweile auch menschliche Seelen ihren Weg durch Meridians Körper suchen und dieser den Anforderungen noch nicht gewachsen ist.
Mit Hilfe ihrer Tante und dem geheimnisvollen Tens soll Meridian lernen, ihre Fähigkeiten zu beherrschen, doch in der Gemeinde von Revelation häufen sich immer mehr seltsame Todesfälle und es entwickelt sich ein religiöser Fanatismus, der dem Dreiergespann sehr gefährlich werden soll…
Sowohl sprachlich als auch inhaltlich zieht »Meridian« den Leser gleich in seinen Bann. Nach einem kurzen Prolog, in dem man einen Abriss über Meridians Kindheit und Jugend erhält, geht es auch schon los. Rasanter hätte die Autorin den Einstieg in die Geschichte kaum gestalten können. Gemeinsam mit Meridian, die ihre Erlebnisse in eindringlicher, aber auch angenehm selbstironischer Weise schildert, steht man vor der großen Frage, was die Ursache für die überstürzte Flucht ist. Nach und nach erhält man Antworten und lernt nicht nur die Fenestrae kennen, sondern auch deren Gegenspieler, die Aternocti. Hier hat die Autorin einige sehr schöne, neue Ideen zu Papier gebracht, die sich wohltuend von den üblichen Verdächtigen der aktuellen Fantasy-Szene abheben.
Trotz der fantastischen Komponente wirkt der Roman aber auch sehr realistisch. Vor allem die Rolle der Dorfkirche und deren Einfluss auf die Menschen dort erinnern an die Zeiten der Hexenverbrennung und scheinen zwar unglaublich, aber irgendwie auch erschreckend möglich.
Besonderer Pluspunkt des Romans ist neben der spannenden Handlung und den runden und sympathischen Charakteren die Tatsache, dass er eine Bandbreite an Emotionen weckt – ob nun aufgrund der zarten Liebesgeschichte, die sich im Laufe der Zeit entwickelt, den Hassgefühlen, den man bestimmten Personen entgegenbringt, den teils sehr dramatischen Geschehnissen oder der Thematik an sich. Immerhin spielt der Tod eine große Rolle in dem Roman und so manches Ereignis geht ordentlich an die Nerven.
Obwohl die Grundstimmung entsprechend düster ist, gibt es aber auch zahlreiche warmherzige Szenen und durch die lebenskluge Tante lernt nicht nur Meridian einige nützliche Weisheiten, wie etwa, dass die Sonne eigentlich nie unter-, sondern immer aufgeht, nur eben für jemand anderen.
Im Verhältnis zum eher ruhigen Mittelteil macht das Ende zwar einen etwas überladenen Eindruck und manche Kapitel enden etwas abrupt, was für kurzzeitige Verwirrung sorgen kann. Insgesamt ist das Buch aber trotzdem ein fesselnder Auftakt zu einer Reihe, deren Fortsetzung für 2011 geplant ist. Doch keine Sorge, es erwartet Euch zum Glück kein böser Cliffhanger. Meridians erster Kampf ist in diesem Teil abgeschlossen, der Grundstein für die nächste Runde ist jedoch gelegt.
Nicht unerwähnt bleiben darf im Übrigen die wunderschöne Aufmachung des Buches, dessen flexibler Einband mit glänzenden Totenköpfen und Rosenranken versehen ist, die auch die Kapitelanfänge schmücken.
FAZIT: Eine abwechslungsreiche, berührende Geschichte, die man nur sehr ungerne zur Seite legt.






13 Comments
Ach nööö, jetzt bist du auch noch so begeistert davon…da ist es ja klar, dass ich “Meridian” jetzt wirklich UNBEDINGT haben will…armer SUB
Hehe, ich überlege gerade, ob ich jetzt Mitleid haben sollte… Hm…. Nö!
Ja, ja, ja, das habe ich mir schon gedacht…tz, Frechheit
Guten Morgen! Zeitumstellung hat auch ihre guten Seiten!
Als ob du es nötig hättest von mir abzuschreiben… Siiiiicher. Ich bin ja schon froh, wenn ich dann doch schneller war und es nicht andersrum wirkt. Aber bei “Zwei an einem Tag” lasse ich dir definitiv den Vortritt. Lese jetzt bis 7h noch ne Stunde “Malfuria”
Guten Start in die Woche!
Hey,
Ich liebe deine Rezensionen – hör bloß´nicht auf damit!
Möchte dich aber nicht bedrängen…also fühl dich nicht gestresst!
das klingt ja nach einem richtigen Knaller…werd es mir mal überlegen
Ich wollt auc noch einmal fragen, wann du wohl Zeit findest für die Rezension von den Mittwochsbriefen?
Liebe Grüße,
Maike
Das hört sich nach einem guten Buch an. Da mir der Lesestoff grad ausgegangen ist schau ich doch mal, wo ich dieses Buch erstehe
Och nee, wenn jetzt noch einer so eine begeisterte Rezi schreibt, ist es mit meiner Selbstbeherrschung dahin. Leider klingt das genau nach der passenden Lektüre für meine momentane Stimmung und das Mistwetter da draußen. *seufz*
Diese Mischung aus Fantasy und Reality klingt sehr spannend. Wenn das gut gemacht ist, lässt es mich nicht mehr los und ich bestelle mir noch mehr Bücher derselben Autorin.
Danke für den Tipp. Spätestens zu Weihnachten werd ich die weißen Peeptoes anziehen müssen, um überhaupt noch über meine SuB drüber gucken zu können
Also ich kann irgendwie deiner Kritik zu dem Buch nicht zustimmen… Ich bin derzeit bei der hälfte des Buches und find es nur schrecklich geschrieben. Zeitweise kommt es einem sogar vor, als wäre Meridian völlig egal, dass sie von zuhaue weg muss und ihre Eltern nie wieder sehen wird.
Zusätzlich nerven die Charaktere im Buch von Seite zu Seite mehr. Am Anfang konnte sich Meridian den Namen der Aternocti nicht merken – verständlich. Dann weiß sie ihn, dann wieder nicht, dann wieder, … es ist einfach zum Gähnen.
Und ich hoffe das die Autorin keine Fortsetzung raus bringt, oder gar ein anderes Buch schreibt. Sie sollte es am besten Aufgeben oder nochmal kräftig üben, da gibt es bessere “Neu Autoren” wie zum Beispiel Maxime Chattam mit seinem Roman Alterra. Der ist fesseln. Meridian ist nur zum weinen. Wirklich!
Die letzten drei Anläufe sind nach zwei Seiten gescheitert, danach hab ich das Buch wieder genervt in die Ecke gepfeffert.
@ Katrin
Hoffentlich bin ich da wirklich mal schneller. So wie ich mich kenne… Buch wird aber gleich noch beendet. Sehr wahrscheinlich unter Tränen.
@ Maike
Sie kommt auch noch, evtl. sogar morgen.
Ich weiß, ich hatte die Rezi versprochen.
@ Seelendieb
Da wird sich hoffentlich schnell eine Möglichkeit finden.
@ Myriel
Wettermäßig passt das Buch wirklich ganz gut. Spielt zu Weihnachten/Neujahr.
@ Svenja
Davon will ich unbedingt ein Foto sehen!!
@ Max
Aber du musst sie ja nicht lesen. Zwar schade, dass dir das Buch nicht gefällt, aber ein Autor kann nun mal nicht alle Geschmäcker treffen. Deine Kritikpunkte kann ich persönlich nicht nachempfinden, anderen kann es wie dir gehen…
Ich muss dich enttäuschen, eine Fortsetzung wird es nach Auskunft der Autorin definitiv geben.
»Alterra« werde ich mir aber auch mal genauer ansehen. Hatte ich auf der Verlagsseite entdeckt und war noch am überlegen, ob es was für mich sein könnte.
Schon in den Einkaufswagen gepackt — hört sich gut an! Danke!
So long,
Corinna
P.S.: Fragte ich schon, ob Du die Tribute von Panem kennst? Ich könnte mir vorstellen, dass das ein neuer Hype wird.
Von den Tributen habe ich mir auf der Buchmesse eine Leseprobe mitgenommen. Steht schon auf der Liste.
@ Maike
Tadaaa! Rezi ist fertig!
Hmm… ich glaube das Buch landet heute auch endlich in meinem Warenkorb. Nachdem ich nur positives darüber gehört habe.