Originaltitel: – 
Genre: Fantasy
Reihe: Edelstein-Trilogie (2)
Verlag: Arena (2o1o)
Übersetzung: -
ISBN: 9783401063478
Seiten: 395
Website der Autorin: -
Kurzbeschreibung
Gideon und Gwendolyn sind bis über beide Ohren verliebt. Doch Liebe unter Zeitreisende birgt ungeahnte Tücken. Gut, dass Gwendolyn jede Menge Ratgeber an ihrer Seite weiß, sei es nun ihre beste Freundin Leslie oder Geisterfreund James. Nur Xemerius, ein leicht anhänglicher Wasserspeier, sorgt eher für Turbulenzen, als dass er hilft. Und als Gideon und Gwendolyn ein weiteres Mal in die Fänge des Grafen von St. Germain geraten, wird ihre Liebe auf eine harte Probe gestellt…
Rezension
»Beziehungen zwischen zwei Zeitreisenden haben noch nie unter einem guten Stern gestanden,« sagte er. »Ebenso wenig wie Beziehungen zwischen den Familien der de Villiers und den Montroses. Und in Zeiten wie diesen muss man sich immer wieder vor Augen führen, dass man im Grunde niemanden trauen kann.« (Seite 224)
So ganz glücklich ist Gwendolyn mit der Tatsache, dass sie plötzlich zu einem mysteriösen Geheimbund von Zeitreisenden gehört, immer noch nicht. Doch sie tut, was sie kann. Während ihre beste Freundin Leslie mittels (Internet)Recherche so viele nützliche Informationen wie möglich zusammenstellt, versucht sie, die Sticheleien ihrer eifersüchtigen Cousine Charlotte auszublenden und stellt sich ihren Pflichten als ‚Rubin‘ im Kreis der Zwölf. Auch wenn sie noch nicht richtig weiß, welche Rolle sie in der ganzen Sache eigentlich spielt.
Aber zum Glück ist da ja Gideon, der ihr zwar immer wieder erschreckend feindselig begegnet, aber irgendwie doch an ihr interessiert zu sein scheint. Warum sollte er sie sonst andauernd küssen wollen?
Während für den Leser unsagbar lange Monate vergangen sind, in denen er auf die Fortsetzung warten musste, ist für Gwendolyn und Gideon die Zeit stehen geblieben, denn »Saphirblau« setzt genau dort an, wo »Rubinrot« aufhörte – beim Kuss unserer beiden Hauptfiguren. Womit auch schnell klar ist, dass die Liebe und die mit ihr verbundenen Irrungen und Wirrungen entsprechend viel Platz in der Geschichte einnehmen werden.
Aber auch über die vermeintlichen Ziele der Wächter, die möglichen Umstände des Diebstahls des zweiten Chronografen und den unheimlichen Grafen von Saint Germain erfahren wir mehr. Allerdings nicht viel, denn auch am Ende diesen Bandes tappt man als Leser noch ziemlich im Dunkeln und von den Versuchen, die Zusammenhänge richtig zu deuten, schwirrt einem auch schnell mal der Kopf; wie auch vom Auftreten der vielen unterschiedlichen Personen. Hier sorgt jedoch ein angehängtes Personenverzeichnis für Abhilfe und wiederholende Ausführungen zu den Geschehnissen aus dem ersten Teil erleichtern glücklicherweise den Wiedereinstieg in die Geschichte.
Nichtsdestotrotz ist die Lektüre, wenngleich der Stil flüssig ist wie eh und je und die Seiten nur so dahin fliegen, schon ein wenig kompliziert. Und auch die Zeitreisethematik wirkt im Vergleich zum Vorgängerband wesentlich komplexer. Nicht selten fragt man sich, ob bestimmte Vorgänge überhaupt noch logisch sind. Da Zeitreisen im Grunde aber ohnehin ein Paradoxon sind, sollte man diesen Aspekt allerdings nicht allzu kritisch sehen. Denn, wie die Autorin auch selbst in einem Interview verriet, bleiben »bei allen Bemühungen, wohl immer ein paar kleine Haken« übrig.
Dank des urkomischen Humors und der liebenswerten und lebensechten Charaktere – wie etwa den sehr an einen (aus dem Verkaufsfernsehen bekannten) Modedesigner erinnernden Mr. Giordano – kann man etwaige logische Stolpersteine aber sowieso getrost übersehen. Stattdessen lacht man bei einem Auftritt Gwendolyns auf einer Soirée Tränen, fühlt ihre Schmetterlinge im Bauch und verliebt sich gefährlicherweise nicht nur in Gideon, sondern auch in Xemerius, den vorlauten Wasserspeierdämon, der Gwen neuerdings auf Schritt und Tritt begleitet.
Das Ende wird für viele Leser wahrscheinlich reichlich unbefriedigend sein, da die beiden Hauptstränge ziemlich unerwartet enden. Jedoch haben Gwendolyn und Gideon auch diesmal wieder eine Zeitreiseetappe hinter sich gebracht und ihre jeweiligen Aufgaben mehr oder weniger erfolgreich erfüllt. Aus diesem Grund kann man – im Hinblick darauf, dass es sich eben um den zweiten Teil einer Trilogie handelt – schon von einem runden Ende in Bezug auf diesen Abschnitt sprechen.
Und wer nach den knapp 4oo Seiten immer noch nicht genug hat, kann sich bis zum Erscheinen der Fortsetzung ja an dem Zahlencode versuchen, der auf der letzten Seite zu finden ist und der einen Hinweis auf die kommenden Entwicklungen geben könnte. Oder das Buch einfach immer wieder zur Hand nehmen und die wunderschöne Aufmachung bewundern, die auch diesmal wieder ein wahrer Augenschmaus ist.
FAZIT: Eine süffige und höchst amüsante Mischung aus erstem Herzklopfen, mysteriöser Fantasy und spannendem Krimi, die – wie schon der erste Teil – Jung und Alt begeistern und den September herbeisehnen lassen wird, in dem mit »Smaragdgrün« der Abschluss der Reihe erscheinen wird.


Wunderbar, wunderbar!
*gleich mal wieder 12 Jahre alt ist*
Wie immer eine sehr tolle und gelungene Rezension von dir, hach, wie gut, dass ich es nun auch endlich hier liegen habe…auch wenn ich mich doch gerade nicht soo traue, es zu lesen, weil es ja dann ganz schnell wieder um ist…aber egal, ich freu mich
Ich habe bei Twitter gerade gelesen, dass du deine Rezension bereits fertig hast, aber ich werde sie nicht nicht nicht nicht lesen! Zumindest nicht, solange ich das Buch nicht selber schon gelesen habe, denn ich möchte nichts nichts nichts nichts davon lesen, so vor dem Lesen!
Aber ich war neugierig auf deine Sterneanzahl und das obwohl ich mir ehrlich gesagt nichts anderes vorstellen konnte, als die 5, die du vergeben hast!
)
Und jetzt kann ich beruhigt schlafen gehen!
LG,
Kossi
@ Katha
Deswegen schiebe ich z.B. die weiteren Thursday-Next-Teile vor mir her. Damit ich länger was von ihnen habe. Denke ich mir so. Was eigentlich ziemlich bescheuert ist, aber so habe ich immerhin noch die Vorfreude.
Ja, das ist halt das Problem mit so tollen Büchern – irgendwann hat man sie durch.
@ Kossi
Du kannst wirklich ganz beruhigt schlafen gehen und schon mal davon träumen, dass du das Buch sicher auch ganz bald in den Händen hälst.
Hehe, die 5 Sterne waren sowas von abzusehen.
Wollte nur mal kurz anmerken, dass ich das Buch immer noch nicht habe.
Und ja, die 5 Sterne waren wirklich abzusehen. Kerstins Bücher sind ein Garant für einen Sternenhimmel!
Lg,
Kossi, die sich jetzt einfach mal in den Postkasten setzt und da so lange sitzen bleibt, bis sie dem Briefträger das Buch entreißen kann!!
PS: Der liest es sicher selber erstmal! Also, der Briefträger… mein ich.. so
klingt ja sehr vielversprechend.
wenn das so weiter geht, wird meine wunschbuchliste nie kürzer…
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