[Rezension] Hub, Ulrich & Mühle, Jörg – An der Arche um Acht

Originaltitel: –
Genre: Kinderbuch
Reihe: -
Verlag: Dtv (2009)
Übersetzung: -
ISBN: 9783423713924
Seiten: 85

Kurzbeschreibung

Pinguine streiten gerne. Auch über die Frage nach Gott. Ist der liebe Gott wirklich lieb? Sieht er alles? Oder gibt es ihn vielleicht gar nicht? Noch während die drei Pinguine debattieren, beginnt es zu regnen: Die große Sintflut kommt. Zwei Tickets für die Arche Noah sind noch zu kriegen. Aber was ist mit dem dritten Pinguin? Die watschelnden Vögel fassen einen waghalsigen Plan…

Rezension

Das Ticket berechtigt nur zur Beförderung. Ein Anspruch auf einen Sitzplatz besteht nicht. Der Weiterverkauf von Tickets ist untersagt. Nach der Sintflut verlieren die Tickets ihre Gültigkeit. (Seite 25)

In einer Gegend, die nur aus Schnee und Eis besteht, gleicht im Leben der drei Pinguine ein Tag dem anderen. Als sich jedoch ganz überraschend ein gelber Schmetterling in die Einöde verirrt, den der kleinste der Pinguine unbedingt abmurksen möchte, entbrennt eine heftige Diskussion zwischen den drei Freunden über die Existenz Gottes.
Während die beiden größeren Pinguine Gott als allmächtigen Schöpfer verstehen, der sich eine Menge Regeln ausgedacht hat, die man besser befolgt, stört sich der kleine Pinguin ganz unfromm an Gottes Unsichtbarkeit, die für ihn ein klarer Nachteil ist. Da sich das Trio einfach nicht einigen kann, gipfelt der Streit darin, dass der kleine Pinguin die beiden anderen wutentbrannt zurücklässt.

Kurz darauf bekommen die beiden Großen Besuch von einer Taube, die ihnen verkündet, dass Gott genug hat von den Streitigkeiten auf Erden und daher eine Sintflut schickt, um die Welt auszulöschen und noch einmal von vorne anzufangen. Nur jeweils zwei Tiere einer Art sollen sich um Acht an der Arche Noah einfinden, um dem Tod in den Fluten zu entrinnen.
Die Pinguine willigen ein, doch was ist mit ihrem Freund? Den können sie – trotz aller Zankerei – doch nicht einfach zurücklassen.
Und so schmuggeln sie den Kleinen einfach auf die Arche und sorgen damit für einige Aufregung…

Ursprünglich handelt es sich bei der Geschichte um ein Theaterstück, das unter der Regie des Autors 2006 uraufgeführt und seitdem – ebenso wie die Hörspielfassung – mehrfach ausgezeichnet wurde.
Unbeschwert und unaufdringlich lässt Ulrich Hub seine Pinguine philosophische Fragen aufwerfen, die irgendwann wohl jedes Kind einmal stellt: Wer ist Gott? Wo ist er? Und warum kann man ihn nicht sehen?
Kindgerecht und vor allem auf höchst amüsante Weise versucht er, Antworten zu geben, ohne dabei eine bestimmte Auffassung in Stein zu meißeln, denn letztlich sind alle gebotenen Ansätze frei interpretierbar und stehen – besonders im Hinblick auf das unkonventionelle Ende – vielleicht auch nicht immer ganz im Einklang mit dem, was die Kirche predigt.

Neben dem ausgesprochen ulkigen Schreibstil voller Wortwitz und spritziger Dialoge sind es besonders die wunderbar herzigen Illustrationen von Jörg Mühle, die dieses 85 Seiten starke Büchlein zu einem süßen und intelligenten Leseerlebnis machen.
Einziger Kritikpunkt ist ein Logikfehler am Schluss, der zwar erzählerisch seine Berechtigung hat, aber letztendlich eben doch ein Fehler bleibt.

FAZIT: Eine kleine, aber feine Geschichte über Freundschaft, Glaube und Toleranz, die auch bei großen Lesern Anklang finden dürfte.

Tipp: Ein Blick ins Buch

5 Comments

  • 3. Januar 2010 - 23:51 | Permalink

    Pinguine sind wohl voll im Trend, seit “Madagaskar”. Zum Wetter draußen passen sie ja auch ;-) .

    85 Seiten, ein Buch welches ich sogar auch lesen könnte. Ich wüsste aber schon eher wem ich es schenken würde.
    Das Bestatterbuch hab ich nun auch durch – kann nur sagen, ich musste einige Male ganz schön schlucken. Aber empfehlenswert…

  • 4. Januar 2010 - 00:16 | Permalink

    Stimmt. Ich mochte Pinguine zwar schon immer sehr gerne, aber seit dem Film erfreuen sie sich wohl besonderer Beliebtheit.
    Übrigens muss man auch nicht mal religiös sein, um das Buch zu mögen. Nur mal so am Rande…

    Das Bestatterbuch werde ich mir bezeiten wohl auch noch zulegen. Gut, dass du mich daran erinnert hast!

  • 4. Januar 2010 - 13:43 | Permalink

    Oh, das Buch wollte ich mir auch immer mal zulegen. Dank deiner Rezi werde ich das wohl auch schleunigst mal tun.

  • 4. Januar 2010 - 19:02 | Permalink

    Auf jeden Fall! ;) Die Taschenbuchausgabe ist ja auch recht günstig und die groß bedruckten 85 Seiten hat man wirklich schnell durch, so dass man das Buch gut dazwischen schieben kann.

  • 8. Januar 2010 - 19:21 | Permalink

    Habs mir heute gekauft :-)

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