Daily Archives: 26. März 2010

[kurz gefragt] Oliver Dierssen

Oliver Dierssen, Jahrgang 1980, arbeitet seit 2007 als Arzt in einer psychiatrischen Klinik.

Er interessiert sich für das Kaufen und alphabetische Einsortieren von Büchern (»Durcheinander ist okay, aber nicht bei Büchern«), gelegentliches stressfreies Reisen und uneingängige Rockmusik.

Gemeinsam mit seiner Frau lebt er in seiner Geburtststadt Hannover.

Dort spielt auch sein erster Roman Fledermausland, der es in die Top-5 des Heyne-Schreibwettbewerbs Magische Bestseller schaffte.

Am liebsten schreibt er – wie sein Debüt auch bestens beweist – Geschichten, in denen etwas nicht stimmt und die Realität verschroben und seltsam ist.

Ein ausführliches und interessantes Interview mit Oliver findet Ihr auf literatopia.de sowie auf phantastik-news.de.

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Was magst Du besonders am Beruf des Schriftstellers und was gefällt Dir weniger gut?

Das sichere und entspannende Gefühl, dass man bereits morgens im Bett mit geschlossenen Augen zu arbeiten beginnen kann. Dass man im Schlaf, träumend, sein Brot verdienen kann.

Wo bzw. wann kommen Dir die besten Ideen? Gibt es eine bestimmte Tageszeit, zu der Du am liebsten schreibst?

Die besten Ideen kommen unabsichtlich, während Routinetätigkeiten, bei denen hauptsächlich das Kleinhirn arbeitet: Autofahren, Duschen, Wäscheaufhängen. Am liebsten schreibe ich morgens, wenn der Tag noch leise ist und der Kaffeedurst groß.

Was findet man immer auf deinem Schreibtisch? Arbeitest Du direkt am PC oder schreibst Du per Hand vor?

Auf, neben, unter dem Schreibtisch: gebrauchte Kaffeetassen. Ich schreibe fast immer per Tastatur. Einmal habe ich versucht, auf dem PDA per Handschrifterkennung zu schreiben, aber davon wurde mir schlecht, ich musste mich hinlegen.

Gibt es eine Figur in Deinen Romanen, die Dir besonders am Herzen liegt?

Pjotr, der Domowoj, ein verhinderter Menschenfreund, dessen Leben ohne chronischen Mundgeruch ein anderes, besseres, gewesen wäre.

Woran arbeitest Du gerade?

An drei verschiedenen Büchern. Eins davon hat mit Fledermäusen zu tun.

An welches Buch erinnerst Du Dich spontan, wenn Du an Deine Kindheit denkst?

»Die Kinder von Bullerbü«, das war früher mein Lieblingsbuch. Am schönsten fand ich die Szene, wo Lisa ein eigenes Zimmer kriegt und abends trotzdem noch Besuch von ihren Brüdern bekommt, die ihr Gruselgeschichten erzählen. Ist das eigentlich ein Mädchenbuch?

Welches Buch hast Du zuletzt gelesen?

»Das Lied der Dunkelheit« von Peter V. Brett. Erwischt. Ich lese heimlich Fantasy. Und »Die Cappucchino-Jahre« von Sue Townsend. Jeder Mensch sollte ein Adrian-Mole-Buch gelesen haben.

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Vielen lieben Dank, dass Du Dir trotz Buchmesse und Begleiterscheinungen Zeit für die Beantwortung der Fragen genommen hast! Ich hoffe, Dein nächstes Buch lässt nicht allzu lange auf sich warten.