Kurzbeschreibung
Joschel ist ein ganz normaler Teenager, der mit den ganz normalen Tücken des Alltags zu kämpfen hat. Als da wären: die Pubertät, seine esoterisch angehauchte Mutter, die erste Liebe – und die Schule. Denn Joschel ist schlecht in der Schule, richtig schlecht. Der Unterricht ist ihm ein Gräuel, und Hausaufgaben erst recht. Bis er eines Tages einen perfekt formulierten Aufsatz in seinem Deutschheft findet. Niemand kann sich Joschels plötzliche Genialität erklären, am allerwenigsten er selbst – da kriecht eines Abends plötzlich ein kleines pelziges Geschöpf unter seinem Bett hervor, stellt sich als Fausto Flamingo Esteban de Rioja vor und erklärt, Rechtschreibfehler zu fressen und für die brillanten geistigen Ergüsse in Joschels Aufsatzheft verantwortlich zu sein. Joschels schulische Karriere scheint gerettet. Doch er hat sich zu früh gefreut – denn jetzt fangen seine Probleme erst richtig an…
Rezension
Fausto – das war das Krasseste, das Beste, das Aufregendste, was mir in meinem ganzen Leben passiert war.
- Seite 80 –
Wenn man mitten in der Pubertät steckt, können einem fiese Pickel und eine ausgeflippte Mutter das Leben ziemlich zur Hölle machen. Ist man in der Schule dann auch noch ein Außenseiter, hat einen Vater, der sich einen Dreck für einen interessiert und leidet zu allem Überfluss auch noch an einer Rechtschreibschwäche, hat man wirklich nicht gerade das große Los gezogen. So jedenfalls sieht es der 14jährigen Joschel. Zumindest bis er eines Tages die Bekanntschaft mit Fausto Flamingo Esteban de Rioja macht – ein flauschiger Bücherdämon, der sich von Rechtschreibfehlern ernährt und Joschel zu plötzlichen Höchstleistungen im Deutschkurs verhilft. Doch was am Anfang wie ein Sechser im Lotto scheint, sorgt mit der Zeit für richtigen Ärger…
Das Schöne an den Romanen von Oliver Dierssen ist, dass sie – trotz all der fantastischen Elemente – eigentlich ganz normal sind. Das fängt schon damit an, dass Joschels Geschichte nicht in irgendeiner hippen Metropole spielt, sondern (wie auch schon Oliver Dierssen Debütroman Fledermausland) in Hannover. Auch Joschel selbst ist ein ganz normaler Teenie mit ganz normalen Problemen. Seine Eltern sind getrennt, Schule ist blöd und mit der hübschen Canan läuft es auch nicht so, wie Joschel es gerne hätte. Mal abgesehen davon, dass sein Name ja auch schon total bescheuert ist.
In erster Linie ist Fausto also eigentlich ein Roman für Leser in Joschels Alter, die sich wunderbar mit ihm identifizieren können. Aber auch ältere Leser können mit Fausto ihren Spaß haben, wenn sie Lust darauf haben, sich auf eine Figur einzulassen, die hormonbedingt nicht immer ganz nachvollziehbar, aber durchaus realistisch handelt. Hier und da bedient sich Oliver Dierssen zwar ein paar Klischees, Joschels Gefühlsleben beschreibt er aber ziemlich anschaulich und authentisch.
Ein nervenaufreibender Pageturner ist Fausto nicht. Trotzdem wird es zu keiner Zeit langweilig, auch wenn Joschels Schwärmerei für Canan stellenweise fast schon an die Verliebtheit einer gewissen Miss Swan aus Forks erinnert. Oder an Sebastian Schätz aus dem Fledermausland. Aber das macht nichts. So ist das halt, wenn man verknallt ist. Und immerhin durchläuft Joschel im Laufe der Zeit ja auch eine sehr schöne Entwicklung, vor allem in Bezug auf Fausto, den er am Anfang nur als Mittel zum Zweck versteht, mit dem ihm aber bald schon eine ganz besondere Freundschaft verbindet.
Hach ja, Fausto… Wer wünscht sich nach der Lektüre des Buches nicht so einen schlauen pelzigen Freund? Der kleine Kerl ist nämlich nicht nur niedlich, sondern sorgt auch dafür, dass Joschel sich in unzähligen skurrilen Situationen wiederfindet, die die Lachmuskeln des Lesers ganz schön strapazieren. Denn Oliver Dierssens Romane sind nicht nur fantastisch normal, sondern auch herrlich komisch.
FAZIT: Ein kurzweiliger Spaß, der nicht zuletzt aufgrund der einfachen (weil jugendlichen) Sprache und der liebenswerten Charaktere ruckzuck gelesen ist.
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Ich hab das Hörbuch gestern beendet und bin ganz euphorisch deiner Meinung, Nina. Es hat wirklich Spaß gemacht, Joschel ist so realistisch und Fausto so zum Knuddeln und es gibt so viel zu Lachen, einfach herrlich!
Ich find’s fast schon schade, dass ich das Buch schon gelesen habe. Sonst hätte ich nämlich auch sehr gerne das Hörbuch gehört. Kann mir vorstellen, dass Oliver Dierssen das richtig gut eingelesen hat.
Hattest du Fledermausland denn auch schon gelesen? Das war ja auch ziemlich witzig.
Ach, das kann man doch nach einer Weile auch einfach noch mal hören
Ich fand seine Art zu lesen am Anfang echt seltsam, weil er so abgehackt liest, klingt wie ein Roboter, hab mich dann aber dran gewöhnt und fand es am Ende richtig gut 
Dafür hast du ja die ganzen tollen Kritzeleien im Buch gehabt oder? Ich glaub die gedruckte Ausgabe werde ich mir auch noch kaufen.
Flesermausland hab ich noch nicht gelesen, werde ich jetzt aber definitiv noch!
Stimmt, die Krakeleien zu den Kapitelanfängen konnte dir das Hörbuch nicht bieten.
Aber so gut ich das Buch auch fand, ich denke nicht, dass ich es noch einmal hören werde. Dafür gibt es einfach zu viele andere Bücher, die auf mich warten.
Das kann ich gut verstehen, aber vielleicht packt es dich ja doch eines Tages und du brauchst UNBEDINGT eine Portion Fausto