[Rezension] Kling, Marc-Uwe – Das Känguru-Manifest

Kurzbeschreibung

Sie sind wieder da – das kommunistische Känguru und der stoische Kleinkünstler! Auf der Jagd nach dem höchstverdächtigen Pinguin rasen sie durch die ganze Welt. Spektakuläre Enthüllungen! Skandale! Intrigen! Ein Mord, für den sich niemand interessiert! Eine Verschwörung auf niedrigster Ebene! Ein völlig abstruser Weltbeherrschungsplan! Mit Spaß, Spannung und Schnapspralinen …

Rezension

Dieses Hörbuch ist zweifellos ein Fall für den Witzig-Stempel des Kängurus, das auch im zweiten Band der (aktuell als Trilogie geplanten) Geschichten über die außergewöhnliche Freundschaft zwischen Marc-Uwe Kling und dem kommunistischen Beuteltier am liebsten auf der faulen Haut liegt, dabei Schnapspralinen in sich reinstopft und ganz nebenbei die Weltformel entdeckt.

Schon Die Känguru-Chroniken waren zum Schreien komisch, mit Das Känguru-Manifest hat sich Marc-Uwe Kling tatsächlich noch um Längen gesteigert. Die Fortsetzung ist dank des genialen Schlagabtauschs zwischen Känguru und Kleinkünstler nicht nur noch witziger, sondern auch politischer, intelligenter und tiefsinniger, wenngleich auch immer mit einem Augenzwinkern zu verstehen.
Marc-Uwe Kling erweist sich in diesem (Hör)Buch als großartiger Liedermacher, Gedichteschreiber, Wortakrobat und Satiriker mit unerschöpflicher Fantasie. So lässt er das Känguru einen geheimen Boxclub gründen, ein asoziales Netzwerk planen und Anti-Terror-Anschläge verüben. Im Kampf gegen das Ministerium für Produktivität sind ihm und dem Känguru alle Mittel recht. Und dann ist da auch noch der neue Nachbar, ein mysteriöser Pinguin, der Anlass für haarsträubende Verschwörungstheorien ist…

Einen roten Faden gibt es auch diesmal nicht, jedoch gibt es diverse Themen, die immer wieder aufgegriffen werden, sodass das Hörbuch trotz der Episodenhaftigkeit insgesamt schön rund ist. Auch wenn das Ende den einen oder anderen vielleicht ein wenig verstören könnte, ich fand es genial gemacht und freue mich schon auf die Fortsetzung, bei der ich definitiv auch wieder zum Hörbuch greifen werde, denn der Vortrag von Marc-Uwe Kling ist wirklich beeindruckend. Schon nach wenigen Minuten hat man komplett vergessen, dass hier nur ein einziger Sprecher am Werk ist und dass es das Känguru eigentlich gar nicht gibt.

FAZIT: Abstrus, irrwitzig, rasant und dennoch irgendwo auch ernstzunehmen. Am liebsten würde ich mir jeden zweiten Satz aus dem Buch rausschreiben und immer und überall nur noch das Känguru zitieren. Demnächst erstelle ich mir aber erstmal eine Not-to-do-Liste und suche mir einem Mitstreiter in dem Spiel ‘Leute beleidigen ohne dass sie es merken’. Mal schauen, ob das nur im Buch so lustig ist.

...

Genre: Humor • Verlag: Downtown (2011) • ISBN: 9783869090757 • Laufzeit: 315 min. • Sprecher: Marc-Uwe Kling • Website des Autors: www.marcuwekling.de
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TippDieses Hörbuch gibt es auch bei audible.de.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Am besten fand ich, als das Känguru den Parteivorsitzenden als tragischen Helden vergleichbar demjenigen aus Sophokles’ bekanntester Tragödie bezeichnet, ich könnte mich darüber immer noch beömmeln. 50 Punkte. Doch ich muss sagen, ich fand dieser Teil hat durchaus einen roten Faden, zumindest zieht sich die Geschichte mit dem Ministerium für Produktivität in meinen Augen sehr greifbar durch die Geschichte (oder dem Känguru die Schlinge um den Hals). So oder so: Ein geniales Buch. Und du hast mich jetzt sehr neugierig auf die Hör-Fassung gemacht! :-)

    • Fandest du das wirklich so deutlich? Mir ging das nicht so. Wenn ich an das Ende denke… Ok, dann kann ich nachvollziehen, warum du die Ministeriumssache als roten Faden ansiehst. Während des Hörens stach das für mich allerdings nicht so deutlich hervor, weil es eben mehrere Punkte/Motive/Handlungsstränge gibt, die immer wieder angesprochen werden wie z.B. die Dwigs-Geschichte oder die Theorien zum Pinguin.
      Aber da will ich mich auch gar nicht drüber streiten. ;)

        • Das kann sein. Möglicherweise war ich wegen des ersten Teils aber auch schon voreingenommen und habe auch diesmal wieder gar keinen roten Faden erwartet.

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