If I gave u diamonds and pearls.

Meine Oma sagt immer: „Perlen verschenkt man nicht, denn Perlen bedeuten Tränen.“ Genau so verschenkt man keine Schuhe, weil der Beschenkte sonst wegläuft. Und auf einem Tisch haben Schuhe auch nichts zu suchen. Das bringt nämlich Unglück. Haltet mich für verrückt, aber an den letzten Grundsatz halte ich mich tatsächlich nicht nur aus Gründen der Sauberkeit.
Mein „Problem“ mit Perlen hängt da schon eher mit der 10-Jahre-älter-Regel zusammen. Außerdem gehören Perlenohrringe – zusammen mit Poloshirts von Lacoste oder Hilfiger und der Le Piage von Longchamp – zur Uniform unzähliger Jurastudentinnen. Zwar ist es inzwischen eine ganze Weile her, seit ich selbst in diversen juristischen Hörsälen unterwegs war und mich über diesen typischen, in meinen Augen viel zu angepassten Stil wunderte, Perlen verbinde ich aber seltsamerweise auch heute noch mit einer gewissen Spießigkeit. Dabei schreit mein Kleidungsstil jetzt auch nicht gerade „Hey, schau her! Ich trau mich was.“ Trotzdem haben Perlen es schwer mit mir. Das Armband (eigentlich eine Kette) und die Ohrstecker, die ich auf dem Foto trage, waren Geschenke. Tränen gebracht haben sie mir nicht, getragen habe ich den Schmuck aber auch nicht.

Entsprechend skeptisch war ich, als man mir vorschlug, doch mal einen Blick auf http://www.christ.de und den dort angebotenen Perlenschmuck zu werfen. Perlen und ich, ja nee. Weil ich aber nun mal ein neugieriger Mensch bin, habe ich mir die Seite angesehen und muss gestehen, dass darunter doch einige schöne Sachen sind. Eigentlich ist so eine Perle an sich nämlich ein recht hübsches Ding. Vor allem ihre Entstehungsgeschichte ist ziemlich faszinierend. Vielleicht sollte ich meine Meinung zu dieser Art von Schmuck also doch noch einmal überdenken.
So ein mehrreihiges Armband etwa könnte mir durchaus gefallen. Klassisch und zeitlos, aber nicht zwangsläufig altbacken. Wenn man es nicht gerade altbacken kombiniert. Vor allem aber haben es mir Perlen-Ohrhänger angetan, die mich an das Gemälde ‚Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge’ von Jan Vermeer und damit auch an den wunderschönen Roman von Tracy Chavelier erinnern. Ja, doch. Die könnte ich mir ganz exzellent an meinen Ohren vorstellen – allerdings erst, wenn die Haare wieder etwas länger sind. Kurze Haare und Ohrhänger mag ich nämlich gar nicht. Und in dem Punkt lasse ich mich nicht so schnell umstimmen.

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Perlenohringe mag ich tatsächlich nicht so, sind mir zu ommig und zu brav (ich hab auch mal Jura studiert, ich weiß wovon ich spreche. Damals gehörten noch die Samthaarschleife und das Halstuch mit Steigbügeln drauf zur Grundausstattung, wenn man wirklich was gelten wollte).

    Ketten und Armbänder aus Perlen mag ich hingegen ganz gerne, da kommt es aber drauf an, wie sie gearbeitet sind. Ich besitze ein vierreihiges Halsband (so ein eng anliegendes) aus Perlen, und das finde ich auf elegante Art und Weise sehr sexy und überhaupt nicht spießig.
    Was du da auf dem Foto am Arm trägst, mag ich auch sehr!

    • Der Witz ist, dass das eigentlich eine Kette ist und dass ich die eigentlich nur für’s Foto rausgesucht habe. Als ich sie dann aber so am Arm hatte, hat’s mir echt gefallen. Werde ich so garantiert auch bald mal tragen.

      “Damals” ist wahrscheinlich nicht soooo lange vor meiner Zeit, oder? Zumindest meine ich, mich auch an das eine oder andere Steigbügelhalstuch (dunkelblau mit Golddruck?) zu erinnern. Hach ja, schon komisch, dieser Dresscode.

  2. Ich mag Perlenschmuck, allerdings muss man wirklich sehr damit aufpassen, um nicht spießig oder jurastudentinnenlike rüberzukommen. Meine Perlenkette hat daher vorne drei silberne kleine Anhänger, das macht sie schon deutlich weniger spießig. Und wenn ich Perlen trage, dann nur die Kette, nur das Armband oder nur die Ohrringe, nie alles zusammen.

    • Ich hab für das Foto einfach alles Perlige zusammengepackt, was ich hatte. :D In der Kombi tragen würde ich es aber auch nicht bzw. die Ohrstecker würde ich eh nicht tragen. Die Augen aufhalten werde ich in Zukunft aber. So ein mehrreihiges Armband finde ich wirklich sehr hübsch. Und die Ohrringe dann eben, wenn die Haare länger sind. Muss aber eh nicht alles von heute auf morgen sein. Immerhin sind echte Perlen ja auch nicht gerade ein Schnapper. ;)

  3. Ich finde Perlen ganz hübsch. Gibt ja auch schon echte Perlen die rosa oder türkis etc. gefärbt sind. Ich mag die Armbänder ganz gerne, an denen man noch Charms befestigen kann. Ich habe eine Perlenkette mit Onyxperlen drin, das wirkt meiner Meinung nicht allzu spießig. Ja, Perlen können definitv spießig wirken, es kommt immer auf das Outfit an. So ein Stilbruch z.B. rockiges Outfit mit Perlen finde ich aber ganz schön.
    :-)
    Na, und Süßwasserzuchtperlen sind echt aber noch erschwinglich

  4. Das muss ich dann doch noch einmal loswerden. Ich habe mich köstlich über dieses Jurastudentinnencliché amüsiert. :-) Ich studiere zwar Soziolgie und Politik (MA jetzt, daher schon etwas länger) habe aber auch juristische Vorlesungen besucht (teils aus Pflicht und teils aus Interesse) und habe einige Freundinnen die Jura studieren. Ich habe noch NIE eine solche Aufmachung bei Jurastudentinnen gesehen. Man kann höchstens sagen, dass die hiesigen Jurastudenten zu gedeckten Farben neigen, also eher schwarze Hoodies,schwarze Hosen, lange Haare auch gern ungewaschen (männlich/weiblich) etc. tragen, denn Perlenketten und Taschen von Longchamp (natürlich nur die weiblichen).
    Ich habe auch schon lange keine Samtschleifen im Haaren gesehen, gabs die nicht eher in den 1980ern?

    Aber das mag vielleicht von Fakultät zu Fakultät unterschiedlich sein. Hier in Bremen rechnet aber keiner Zusammen was dein Outfit gekostet hat, wenn man den Hörsaal betritt.
    Ich finde es interessant, wie unterschiedlich das Auftreten von verschiedenen “Studienfächern” sein kann.
    Und ja, ich bin Soziologin/Politikwissenschaftlerin und renne nicht mit selbstgetrickten Pullis umher und freue mich das wir mal darüber geredet haben ;-)

    Viele Grüße

Hinterlasse eine Antwort


Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>