Seit ich vor etlichen Jahren ihren Debütroman Ralphs Party las, gehört Lisa Jewell zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Daher finde ich es unheimlich schade, dass ihre Romane hierzulande längst nicht so erfolgreich sind wie in ihrer britischen Heimat. Dort steckt man ihre Bücher nicht, wie hier in Deutschland, fälschlicherweise in die Chick-lit-Schublade, sondern nennt sie in einem Atemzug mit den Werken von David Nicholls. Auch Lisa Jeweils neuester Roman besticht durch ungewöhnliche Ideen, interessante Figuren und unglaublich viel Gefühl.
Lydia, Robyn und Dean haben sich noch nie gesehen. Sie wissen noch nicht einmal von der Existenz der anderen, dabei gibt es da eine ganz entscheidende Sache, die die drei jungen Menschen miteinander verbindet: Sie verdanken ihr Leben demselben Samenspender. Als dieser viel zu jung im Sterben liegt, ist sein letzter Wunsch, seine Kinder kennenzulernen. Ein hoch emotionaler Wettlauf mit der Zeit beginnt…
Im Vordergrund der Geschichte steht jedoch nicht Daniel, der Vater, sondern das Leben seiner Kinder, die ihren Platz in der Welt noch nicht gefunden haben. Lydia hat es zu großem Reichtum gebracht, aber die Gräuel ihrer Kindheit noch längst nicht verwunden. Die hübsche, zielstrebige Robyn führt scheinbar ein perfektes Leben, doch mit der Zeit kommen ihr Zweifel. Dean hingegen hat so gar keinen Plan. Er lebt in den Tag hinein und hat noch gar nicht richtig begriffen, dass er und seine Freundin bald Eltern werden. Bis die drei Halbgeschwister aufeinander treffen und sich gegenseitig Halt geben können, muss aber erst noch einiges passieren.
Bedenkt man, dass viele Szenen in einem Hospiz spielen und dass Tod und Unglück das Leben aller drei Hauptfiguren bestimmen, könnte man annehmen, dass der Roman unfassbar deprimierend ist. Das Schöne ist aber: Er ist es nicht. Im Gegenteil. Zwar gibt es zahlreiche traurige Momente und manche Wendungen oder Auflösungen sind möglicherweise ein bisschen zu dramatisch, aber alles in allem ist The Making Of Us eine unheimlich (be)rührende und vor allem positive und warmherzige Geschichte, die es verdient hat, hoffentlich bald auch auf dem deutschen Markt veröffentlicht zu werden.
FAZIT: Ein bewegender Roman über das Schicksal, die Suche nach sich selbst und die Bedeutung von Familie.
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Genre: Familie/Liebe/Drama • Verlag: Random House UK (2011) • ISBN: 9781846055744 • Seiten: 390 • Website der Autorin: www.lisa-jewell.co.uk

Irgendwie erinnert mich das auch an Nick Hornby. Ich schaue mir den Roman auf jeden Fall mal an. Klingt wirklich gut!
Jetzt wo du es sagst… Ja, Nick Hornby passt.
Liebe Nina,
du sprichst mir aus dem Herzen! Ich habe bisher alle Romane gelesen, die von ihr auf deutsch herausgekommen sind und bin zutiefst traurig, dass ich hier zu Lande keinen Roman mehr von ihr lesen werde.
Wie fandest du denn die Sprache des Buches? Würdest du es auch “Anfängern” empfehlen?
Liebe Grüße
Anne
Ich hab beim Schreiben der Rezension noch überlegt, ob ich einen Satz zur englischen Sprache einbauen soll, aber ich tue mich einfach sehr schwer darin, den Schwierigkeitsgrad einzuschätzen. Im Prinzip würde ich sagen, dass das Englisch nicht schwer zu verstehen ist, aber ich lese selbst halt relativ häufig englische Bücher und habe auch auf der Arbeit mit englischen Texten zu tun…
Wenn du einen Kindle hast, könntest du dir aber hier eine Leseprobe runterladen und mal reinlesen.
Liebe Nina,
danke für den Buchtipp. Hört sich nach einer interessanten und schönen Geschichte an…Leider traue ich es mir nicht zu auf Englisch zu lesen, obwohl ich immer wieder darüber nachdenke es zu versuchen. Mein Englisch ist jedoch total eingerostet (bin seit über 20 Jahren aus der Realschule) und ich müsste einfach viel zu viele Wörter nachschlagen, sodass es zu “Arbeit” ausartet und man dann wahrscheinlich nicht weiterliest. Ich bewundere es immer wenn andere auf Englisch lesen können….
Welches der Bücher der Autorin, die auf Deutsch erschienen sind, könntest Du mir denn empfehlen???
Liebe Grüße und noch eine schöne Woche, Norma
Das kann ich nachvollziehen. Ich hatte auch eine Phase, in der ich weniger Bücher auf Englisch gelesen habe und hatte dann über das Gefühl, dass ich mich erstmal überwinden muss. Wenn man aber einmal in Übung ist, fällt es irgendwann nicht mehr so auf, dass man eigentlich eine fremde Sprache liest. Ich schlage übrigens auch so gut wie nie ein Wort nach, weil sich das meiste aus dem Zusammenhang ergibt.
Empfehlen kann ich eigentlich alle Bücher von Lisa Jewell. Rezensiert habe ich leider nur diese beiden:
Wo deine Träume wohnen -> http://libromanie.de/2008/06/16/jewell-lisa-wo-deine-traume-wohnen/
Jewell, Lisa – Ralphs Party -> http://libromanie.de/2008/08/22/jewell-lisa-ralphs-party/
Oh, da erinnerst du mich, dass ich von der Autorin ja noch mehr lesen wollte, “31 Dream Street” habe ich ja noch in guter Erinnerung
Vor ein paar Tagen ist schon wieder ein neuer Roman von ihr erschienen – Before I met you.
Hab ich auch gerade erst gesehen.