Als kleiner Junge war Jacob fasziniert von den Geschichten seines Großvaters, die dieser mit wundersamen (im Buch abgebildeten) Fotografien untermauerte. Jahre später hat Jacob immer noch ein inniges Verhältnis zu Grandpa Portman, doch wann immer dieser behauptet, von den Monstern aus seiner Vergangenheit verfolgt zu werden, kann Jacob dies nicht ernst nehmen. Mit seinen 16 Jahren hat er den Glauben an die Insel der besonderen Kinder verloren – bis sein Grandpa unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt. Jacob ist völlig verstört. Was soll er nun glauben? Waren die Monster nur Hirngespinste seines Opas, resultierend aus der Erinnerung an die Grauen des 2. Weltkriegs? Oder gibt es tatsächlich ein Waisenhaus, in dem Kinder mit besonderen Fähigkeiten leben? Um seinen inneren Frieden wiederzufinden, gibt es für Jacob nur eine Lösung: Er muss auf die Insel reisen und das Waisenhaus suchen.

Relativ lange konnte ich mich nicht entscheiden, ob ich das Buch lesen wollte oder nicht. Zwar fand ich den Plot ungemein reizvoll, aber Beschreibungen wie “gruselige Mysterie-Geschichte” und “originielle und anarchische Schauergeschichte” schreckten mich – als Angsthase und Gegnerin jeglichen Horrors – immer wieder ab. Aufgrund der vielen begeisterten Rezensionen habe ich all meinen Mut zusammengenommen und gebe hier und jetzt offiziell Entwarnung: Eine Horrorgeschichte hat Ransom Riggs hier ganz sicher nicht geschrieben.
Am Anfang und am Ende gibt es durchaus gruselige Szenen und auch die vielen Schwarzweißaufnahmen der besonderen Kinder sorgen für eine etwas düstere Grundstimmung. Im Großen und Ganzen ist das Buch jedoch solide geschriebene Fantasy, deren Mittelteil fast schon an eine nette Internatsgeschichte erinnert. Hier verliert die Geschichte nicht nur an Tempo, auch die bedrohliche Atmosphäre des Anfangs kommt nahezu völlig abhanden. Zum Glück geht es nach diesem zwischenzeitlichen Hänger jedoch rasant weiter und so hatte ich die 416 Seiten innerhalb weniger Stunden verschlungen.
Nicht zuletzt, weil Ransom Riggs sehr anschaulich und flüssig schreibt. Auch ohne die vielen Fotos wäre es mir mühelos gelungen, die Insel und die Kinder vor meinem inneren Auge heraufzubeschwören. Mit Jacob hat Ransom Riggs darüber hinaus einen modernen Charakter geschaffen, mit dem sich junge Leser sicher ohne Probleme identifizieren können. Einzig die kleine Liebesgeschichte könnte auf den einen oder anderen ein wenig befremdlich wirken.
FAZIT: Ich persönlich hätte mir (neben einem Hinweis, dass es sich um den ersten Teil einer Trilogie/Reihe handelt!) zwar ein weniger fantasylastiges Ende gewünscht, da mir die realistischen Bezüge am Anfang sehr gut gefallen haben, alles in allem ist ‘Die Insel der besonderen Kinder’ aber trotzdem ein spannendes Buch, das ich gerne gelesen habe.
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Genre: Jugendroman (ab 14) • Originaltitel: Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children • Verlag: PAN (2011) • ISBN: 978-3426283684 • Seiten: 416 • Teil 1 einer Trilogie/Reihe
➤ Tipp: Dieses Buch gibt es z.B. bei amazon.de als Hardcover oder für den Kindle.

Ach das ist ne Trilogie?? Höre ich ja zum ersten Mal. Ich hab das Buch auch gelesen, fand allerdings, dass es sich gegen Schluss hin sehr ziiiiiieht. Ich weiß auch gar nicht mehr, ob ich das überhaupt jemals zuende gelesen habe denn auch mir wurde das immer abgedrehter.
Ich fand das Ende ziemlich spannend. Ein guter Showdown halt. Nur die Erklärung hinter dem Ganzen, die war mir zu fantasylastig. Das ist wahrscheinlich das, was du “abgedreht” nennst. Das hätte ich auch nicht unbedingt gebraucht, weil es einfach wieder so extrem groß angelegt ist. Aber insgesamt fand ich die Story trotzdem interessant und spannend geschrieben. Die Fortsetzung müsste ich jetzt nicht sofort lesen, aber irgendwann schon.
Hm, ich glaube ich hab das gar nie zuende gelesen, obwohl ich es anfangs auch gut fand. Ich erinnere mich nämlich nicht mehr an den Ausgang bzw die Erklärung des Ganzen. Fortsetzung muss ich insofern auch nicht haben, nein
Ich dachte eigentlich auch zuerst, es wäre ein klein wenig mehr gruselig, so im Sinne einer schönen Ghoststory, aber war nix. Vielleicht war ich auch deshalb nicht vollends von der Geschichte gefesselt.
Die Illustration fand ich sehr gut gelungen. Das hat dem Buch etwas Besonderes gegeben.
Vor allem, weil es ja echte Fotos waren. Das hatte schon was. Dass das Buch nicht so gruselig war wie angekündigt, kam mir sehr gelegen. Ich kann aber verstehen, dass solche Beschreibungen (wie etwa auch vom Verlag selbst) falsche Erwartungen wecken und der eine oder andere am Ende enttäuscht ist.
Ich habs auch noch auf dem SuB liegen. Irgendwie hatten mich die ganzen Negativ-Meinungen ein wenig das Interesse verlieren lassen….Aber ich sehe: Es gibt noch Hoffnung für das Buch =)
liebe Grüße,
Cara
Lustig. Als ich Rezensionen zu dem Buch gelesen habe, waren die fast alle sehr positiv. Scheinbar haben sich irgendwann auch einige schlechte Kritiken angesammelt, aber das habe ich schon gar nicht mehr mitbekommen.
Ich glaube, die negativen Rezensionen waren auch hauptsächlich auf YT zu finden…aber da schaukelt sich so was ja auch immer ein wenig schneller hoch…Aber ich habe auch persönlich mit Leuten gesprochen, die eigentlich den gleichen Lesegeschmack wie ich haben und trotzdem nicht so angetan waren….Anyway, wird auf jeden Fall demnächst bei herbstlicheren Temperaturen gelesen!
Bei herbstlichen Temperaturen und am besten abends im Dunkeln! Vielleicht habe ich das Buch ja auch als weniger gruselig empfunden, weil ich es einfach zur falschen Zeit gelesen habe.