Welcher Anlass eignet sich besser zum großen Ausmisten als ein Umzug? Ich hatte ja schon mal angekündigt, dass bei mir in Zukunft mehr “Klasse statt Masse” in den Kleiderschrank kommen soll. Denn mal ehrlich, was soll ich mit 16 Cardigans? Die braucht kein Mensch. Dann lieber ein, zwei (oder maximal drei) gute Teile, die nach der ersten Wäsche nicht aussehen wie überfahren.
Meine Erkenntnis der letzten Monate war jedenfalls: Ich habe (Achtung, Luxus”problem”!) zu viele Klamotten, von denen ich geschätzte 70% gar nicht brauche. Statt die Sachen also von einer Wohnung in die nächste zu packen, heißt es nun: Goodbye Klamotten, macht et joot!
Kann mir das jemand von euch bestätigen? Das Prinzip jedenfalls klingt nicht schlecht. Aber vielleicht hat ja jemand von euch auch noch einen anderen Tipp für mich, damit meine Sachen auch wirklich bei den Leuten ankommen, die sie brauchen können?

Ich habe auch gehört, dass die Kleider in den Containern nicht bei den richtigen Leute landen würden. Warum weiß ich auch nicht…
Packmee kenne ich nicht aber man kann auch an Oxfam spenden.
Hab mich da heute mal ein wenig schlau gemacht. Oxfam scheint okay zu sein. Und in Köln gibt es auch zwei Läden.
Allerdings ist das Prinzip bei Oxfam ja, dass sie die Sachen verkaufen und das Geld dann weitergeben. Ich hätte es eigentlich lieber gehabt, dass die Klamotten auch wirklich direkt an Leute gehen, die sie (dringend) brauchen. Ohne Zwischenschritt.
Die Klamotten aus den Containern werden meist nach Afrika verkauft – zum Kilopreis. Was da bei über 700.000 Tonnen an Geld zusammen kommt, kann man sich gut denken. Dort werden sie dann nicht gespendet, sondern ebenfalls verkauft und meist günstiger als das die lokalen Schneider können. Dadurch gehen die Geschäfte vor Ort kaputt. Teilweise ist in Ländern die ganze Texilindustrie zusammengebrochen.
Mit unseren alten Klamotten wird also ein riesen Geschäft gemacht, wieder mal auf dem Rücken der Ärmsten der Armen und dass, obwohl wir eigentlich was Gutes tun wollen.
Gute alte Kleider gebe ich direkt zu Kleiderkammern. Kaputte Sachen oder wirklich abgetragene, mache ich (vor dem Einwerfen) so kaputt, dass die Firmen gewzungen sind, sie zu recyceln, das ist Gesetz. An meinen alten Klamotten verdient sich keiner mehr eine goldene Nase.
Packmee kenn ich leider nicht.
Und da denkt man, man tut was Gutes. :-/ Ich hab meine Klamotten in den letzten Jahren immer in die Container gebracht.
Kleiderkammer läuft über die Caritas, wie ich gelesen habe. Da steht aber auch, dass die Klamotten gegen eine Spende weitergegeben werden. Aber ich will doch, dass niemand mehr für die Sachen bezahlen muss…
Also, ich mache das auch immer wieder mit dem Ausmisten und gebe Klamotten an Krankenhäuser, Pflegeheime oder Bedürftigeneinrichtungen. Dafür google ich immer, wer was braucht (auch Bücher usw.) und meist wird das von den entsprechenden Einrichtungen sogar abgeholt.
Dann weiß ich, dass die an der richtigen Stelle landen.
LG,
JED
Für meine aussortierten Bücher habe ich bereits eine Abnehmerin gefunden, die verschiedentlich ehrenamtlich tätig ist und weiß, wer welche Bücher gebrauchen könnte.
Bei den Klamotten bin ich einfach noch unsicher. Gezielt googeln ist ein bisschen schwer, wenn man so gar keinen Anhaltspunkt hat. Ich habe daher mal der ‘Aktion Lichtblicke’ geschrieben. Meine Familie und ich unterstützen diese Aktion immer wieder gerne und ich denke, dort wird man mir Einrichtungen in meiner Nähe nennen können, die mit den Sachen direkt etwas anfangen können.
Entscheidend ist, wer den Container betreibt. Es gibt kommerzielle Container und welche, die wirklich karitativ sind. Da muss man schon auf die Beschriftung achten. Bei uns gibt es mittlerweile Läden von der Caritas, wo man wohl was abgeben kann. Oder einfach bei der Kleiderkammer der Ortsteilkirche.
Ansonsten empfehle ich diesen Artikel hier: http://www.merkur-online.de/nachrichten/wirtschaft/preisverfall-altkleidercontainerder-millionenmarkt-bedroht-181872.html
Erschreckend! (Auch erschreckend, wie uninformiert ich war.)
Hier in Bonn gebe ich die Sachen (Klamotten, aber auch Möbel, Bücher etc.) immer an die AWO.
Die nehmen auch Möbel? Ich hätte hier nämlich auch noch ein paar Billy-Regale. Das ist ja alles kein Sperrmüll. Das sind wirklich noch top Sachen.
Ich habe meinen Zivildienst bei der Diakonie Essen in der Kleider- und Möbelbörse gemacht. Die haben auch einige Container, die sie leeren. Dann werden die Kleider sortiert, die guten gehen in die eigenen Läden, die schlechten werden wiederverwertet. Da weiß ich, wo die Sachen hingehen und gebe deshalb meine alte Kleidung dort hin.
Man muss sich dabei aber im Klaren sein, dass die Sachen verkauft werden, denn der einzige Zweck ist nicht, Bedürftigen Kleidung zukommen zu lassen sondern Arbeitslosen durch ABMs eine Chance auf einen Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu bieten. Und um so einen Betrieb aufrechtzuhalten, muss auch mit alten Kleidern oder Möbeln ein klein wenig Geld eingenommen werden.
Interessante Idee. Mal sehen ob sich das durchsetzt. Lustig finde ich, dass im Vide gesagt wird, dass die Erslöse direkt an die karitativen Einrichtungen gehen und ein fettes Logo von RTL aufploppt. RTL braucht bestimmt unsere Unterstützung. Alleine schon für die Protagonisten in den ganzen Hartz4 Sendungen.
(Natürlich weiß ich, dass das damit nicht wirklich gemeint ist) Es kann durch das Video echt so rüber kommen.