Archive for the ‘Rezensionen’ Category

[Rezension] Swann, Leonie - Garou

Dienstag, August 24th, 2010

++ HÖRBUCH ++ HÖRBUCH ++ HÖRBUCH ++ HÖRBUCH ++

Originaltitel: -
Genre: Krimi
Verlag: Random House Audio (2o1o)
Übersetzung: -
Sprecherin: Andrea Sawatzki
ISBN: 3837102238
Laufzeit: 375 min.

Garou bei audible.de

Kurzbeschreibung

Es ist soweit: Für die Schafe von Glennkill beginnt ein neues, wollsträubendes Abenteuer. Gemeinsam mit ihrer Schäferin Rebecca haben sie die irische Heimat verlassen und ihre ersehnte Europareise angetreten! In Frankreich beziehen sie Winterquartier im Schatten eines entlegenen Schlosses, und eigentlich könnte es dort recht gemütlich sein - wären da nicht die Ziegen auf der Nachbarweide, die mysteriöse Warnung eines fremden Schafes und das allgemeine Unbehagen vor dem Schnee. Ein Mensch im Wolfspelz! - wispern Ziegen und Menschen. Ein Werwolf! Ein Loup Garou! Oder doch nur ein Hirngespinst? Als dann ein Toter am Waldrand liegt, ist schnell nicht mehr klar, wer gefährlicher ist: der Garou oder seine Jäger. Fest steht, dass die Schafe schnell Licht ins Dunkel bringen müssen, um sich selbst und ihre Schäferin zu schützen. Und schon bald folgen sie mit bewährter Schafslogik einer ersten Spur, die sie durch die Gänge des Schlosses und das Schneegestöber der Wälder führt…

Die Menschen glaubten, dass sie mehr dachten als andere Wesen. Das war ein Irrtum! Auch Schafe dachten ohne Unterlass tiefe, wollige Schafsgedanken.

- Kapitel 26/40 -

Rezension

Nachdem die Schafe in »Glennkill« ihren ersten Mordfall aufgeklärt haben, lassen Sir Richfield, Cloud, Miss Maple und Co. Irland hinter sich und beziehen im Schatten eines unheimlichen Schlosses ihr Winterquartier in Frankreich. Sieht man über den Schnee und die vorlauten Ziegen auf der Weide nebenan hinweg, sind die Schafe dort eigentlich auch ganz glücklich. Rebecca, die Tochter ihres verstorbenen Schäfers George erweist sich als recht passable Nachfolgerin, die ihnen aus den bei den Schafen sehr beliebten Pamela-Romanen vorliest und das Kraftfutter manchmal ungewollt großzügig verteilt. Da stört man sich als Schaf auch nicht an einem einsamen Schrank auf der Weide oder dem noch einsameren Ungeschorenen, bei dem man sich nicht sicher ist, ob es sich nun um ein Schaf handelt oder nicht.
Eines Tages jedoch wird im umliegenden Wald ein totes Reh entdeckt – zu Tode gehetzt und zerfetzt. Es folgen weitere Rehe. Und dann ein Mensch. Ist das tatsächlich das Werk eines Loup Garou, wie die Ziegen behaupten? Die Schafe beginnen zu ermitteln. Doch sie sind bald schon nicht mehr die Einzigen, die dem vermeintlichen Werwolf auf die Schliche kommen wollen und geraten selbst ins Visier des Bösen…

War »Glennkill« noch eine süße Geschichte, die hauptsächlich von ihren wolligen Protagonisten und deren charmanten Eigenheiten getragen wurde, spielt der Kriminalfall in »Garou« eine deutlich größere Rolle, wenngleich er auch diesmal wieder etwas stark konstruiert wirkt und das Auftreten etlicher menschlicher Mitspieler leicht für Verwirrung sorgen kann. Hier ist definitiv Konzentration gefordert, um nicht den Faden zu verlieren und den teils sehr verworrenen Handlungssträngen noch folgen zu können.
Hinzu kommt, dass die Geschichte ohne viel Vorgeplänkel ins Rollen kommt. Ein möglicher Verdächtiger wird eingeführt, das erste Opfer wird gejagt und so herrscht schon von Anfang an eine düsterere Atmosphäre als noch auf der Weide in Irland.

Auch die Schafe werden weniger ausführlich vorgestellt. In diesem Punkt ist es hilfreich, wenn man den Vorgänger bereits gelesen hat, allerdings erschließt sich auch Ersthörern mit der Zeit, welches Schaf welche Rolle einnimmt. Ihre Charaktere sind noch ausgeprägter als im ersten Teil und vor allem im Vergleich zu den menschlichen Figuren wesentlich stärker gezeichnet.
Obwohl die Schafe eine treuherzige und naive Sicht auf die Dinge haben und einer ihrer größten Träume es zum Beispiel ist, das Gras wachsen zu hören, kommen sie auf ziemlich verquere Weise nicht selten zum richtigen Ergebnis oder bieten dem Hörer Hinweise auf eine mögliche Lösung des Falles. Das ist nicht nur spannend bis zum Schluss, sondern in erster Linie äußerst amüsant und einfach nur entzückend. Schon nach wenigen Kapiteln möchte man die Schafe nicht mehr missen und wünscht sich in einen dritten Teil herbei. Oder vielleicht auch ein Buch über Ziegen, denn die wachsen dem Hörer mit ihrer liebenswert-verrückten Art nicht minder ans Herz.

Und als ob das alles nicht schon genug wäre, setzt Andrea Sawatkzi mit ihrer brillianten Betonung dem Ganzen auch noch das Sahnehäubchen auf. Ob meckrige Ziegen, verwirrte Schafe oder schrullige Schäferinnenmütter – kaum eine Sprecherin ist in ihrer Stimme so wandelbar und verleiht den Figuren so viel Leben und Herz wie die charismatische Schauspielerin. Da trüben auch die zwischenzeitlichen Aufnahmefehler, bei denen ein Satz gleich zwei Mal gesprochen wird, das Vergnügen nicht.

FAZIT: Ein origineller Hörgenuss der ganz besonderen Art!

[Rezension] Thiesler, Sabine - Die Totengräberin

Mittwoch, August 11th, 2010

Originaltitel: -
Genre: Thriller
Reihe: -
Verlag: Heyne (2o1o)
Übersetzung: -
ISBN: 9783453434684
Seiten: 512
Website der Autorin: -

Kurzbeschreibung

Wenn einer den anderen betrügt, ist das Leben zu Ende. Das hat sie schon als Kind gelernt. Und deshalb steht ihr Entschluss fest: Sie kann ohne ihn nicht leben, aber sie kann vor allem mit ihm nicht mehr leben. Es ist ein warmer Sommermorgen in der Toskana. Heute soll er sterben. Sie hat alles vorbereitet, er wird nichts spüren. Jedenfalls nicht in den ersten Minuten.

Rezension

Bereits in früher Kindheit hat Magda gelernt: Wenn einer den anderen betrügt, ist das Leben zu Ende. Deshalb muss ihr Gatte Johannes, der seit wenigen Monaten eine Affäre mit Carolina hat, sterben. Und so endet der - zumindest aus seiner Sicht - als Versöhnungsurlaub geplante Aufenthalt in ihrem Ferienhaus in der Toskana für Johannes im Gemüsebeet. Nach den ersten 50 Seiten liegt er mausetot unter einem hübschen kleinen Olivenbaum begraben.
Bis dahin – und nur so viel hatte der Klappentext ja auch über die Handlung verraten – war ich der festen Überzeugung, einen gut geschriebenen, spannenden Thriller in den Händen zu halten. Zügig zu lesen, mit interessanter Ausgangslage und durch gelegentliche Einschübe italienischer Sätze mit einem Hauch südländischen Flairs.

Ich hatte mich getäuscht. Zwar blieb der Schreibstil durchweg angenehm und auch vor unnötigen Längen blieb ich verschont, jedoch konnte die weitere Geschichte leider nicht halten, was der starke Anfang versprach.
Vielmehr bot sich mir letztlich eine eindimensionale Kriminalgeschichte, die einzig durch ihre unglaublich unglaubwürdigen Charaktere überraschen konnte; angefangen bei der Hauptfigur, die im einen Moment völlig kaltblütig den Mord an ihrem Mann zu vertuschen versucht, indem sie ihn als vermisst meldet und fälsche Fährten legt, und im nächsten Augenblick selbst eine verzweifelte Suchaktion startet.
Denkt man am Anfang noch, dass sie ihre Rolle als besorgte Ehefrau erstaunlich gut spielt, wundert man sich nach und nach über immer mehr Ungereimtheiten - bis man erfährt, dass Magda einfach ganz plötzlich von einer Seite zur nächsten eine schwere Geisteskrankheit entwickelt hat, die sie glauben lässt, Johannes wäre tatsächlich spurlos verschwunden.
Wenige Rückblenden in Magdas Vergangenheit sollen hierfür zwar eine Erklärung liefern, bieten aber kaum eine Grundlage. Ebenso wenig wie das Drama um ihren Sohn, das auf wenigen Seiten abgehandelt wird und höchst unrealistisch wirkt.

Doch Magda ist nicht die einzige Person, deren Verhalten nicht nachvollziehbar ist. Es fängt schon bei ihrer Chefin in der Apotheke an und zieht sich bis hin zu ihrem Schwager, der seit fast 20 Jahren in sie verliebt ist und auf die Tatsache, dass seine Traumfrau ihn plötzlich mit ihrer großen Liebe verwechselt, alles andere als normal reagiert. Er spielt das Spiel nämlich einfach mit. Nutzt seine Chance. Vermisster Bruder hin oder her. Aber Menschenleben sind sämtlichen Figuren in diesem Roman ohnehin nichts wert.
Die Polizeiarbeit ist - auch für italienische Verhältnisse - gänzlich unrealistisch beschrieben und der mit dem Fall beauftragte Commissario ist in seiner Unfähigkeit so überzeichnet, dass er fast schon lächerlich wirkt. Der plötzlich auftretende Erpresser wird zwar ausführlich als ganz schön Fieser vorgestellt, treibt den Puls aber auch eher dadurch in die Höhe, dass man sich über ihn ärgert. Schließlich sollte er doch eigentlich für ein bisschen Spannung sorgen. Dass er wie alle anderen nur falsche Vermutungen anstellt, während der Leser die Lösung schon längst kennt, macht die Sache auch nicht besser.

FAZIT: Es bleiben ein süffiger Erzählstil und eine interessante Idee, die vermuten lassen, dass die Autorin es eigentlich besser kann - insgesamt aber nicht genug für ein gutes Buch.

[Rezension] Lorenz, Wiebke - Allerliebste Schwester

Dienstag, Juli 13th, 2010

Originaltitel: -
Genre: Sonstige Belletristik
Reihe: -
Verlag: Blessing (2o1o)
Übersetzung: -
ISBN: 9783896674104
Seiten: 448
Website der Autorin: www.wiebke-lorenz.de

Kurzbeschreibung

Drei Jahre ist es her, dass Eva ihre Zwillingsschwester verlor, unter Umständen, die nie ganz aufgeklärt worden sind. Danach nahm Evas Leben eine von vielen als ungeheuerlich empfundene Wendung: Sie heiratete den Witwer, den Ehemann der verstorbenen Marlene. Allmählich haben sich die Menschen in ihrer Umgebung an dieses Arrangement gewöhnt. Doch ihr selbst kommt es wie ein Frevel vor, und als sie eine Totgeburt erleidet, empfindet sie diese als Strafe dafür.
Eva droht allen Halt zu verlieren, bis eines Tages in der Buchhandlung, wo sie als Aushilfe arbeitet, ein Mann auftaucht, der ihre Schwester gekannt hat. Auf sonderbare Weise fühlt sie sich zu diesem Unbekannten hingezogen und glaubt, dass er ihr helfen kann, das Rätsel um Marlenes Tod zu lösen.

Rezension

Nach dem plötzlichen Tod ihrer Zwillingsschwester Marlene beschließt Eva, das Leben ihrer Schwester für diese weiterzuleben und schlüpft kurzerhand einfach in Marlenes Rolle: Sie übernimmt Marlenes Job in einer kleinen Buchhandlung. Und heiratet Marlenes Mann Tobias!
Nach anfänglichem Entsetzen haben sich drei Jahre später alle mit der neuen Situation abgefunden und Eva und Tobias scheinen glücklich. Doch dann verliert Eva ihr Kind und plötzlich bricht alles um sie herum zusammen…

Mit »Allerliebste Schwester« hat Wiebke Lorenz, die als Teil des Autorenduos Anne Hertz eigentlich für ihre romantischen Komödien bekannt ist, ein Psychodrama geschrieben, das den Leser gnadenlos hineinzieht in einen Strudel aus verstörenden Emotionen und menschlicher Abgründe.
So abwegig die Ausgangssituation auf den ersten Blick auch anmutet, mit jeder weiteren Seite erfährt man mehr über Evas Charakter und ihre Beweggründe. Auch wenn man ihr Handeln vielleicht nicht befürwortet, so kann man doch nachvollziehen, was sie zu dieser Heirat veranlasste.
Mit ihrer Hauptfigur ist der Autorin ein Glanzstück an Charakterzeichnung gelungen. Man spürt förmlich, wie zerrissen Eva ist. Mal ist sie die starke Frau, die sich nimmt, was sie will. Mal ist sie völlig am Boden. Rückblenden in eine Kindheit voller Ungerechtigkeit und Gewalt beleuchten nicht nur das Verhältnis zu ihrer Schwester, sondern tragen noch zu der ohnehin sehr beklemmenden Atmosphäre der Geschichte bei, die mich beim Lesen hin und wieder zu Pausen zwang. So eindringlich erzählt die Autorin und lässt ihre Leser mit Eva leiden - und fürchten, worauf sie da so zielstrebig zusteuert.

Leider ist es Wiebke Lorenz aber nicht gelungen, das hohe Niveau bis zum Ende zu halten. Das letzte Drittel enttäuscht durch eine abrupte Verlangsamung des Erzähltempos, die fast schon wie ein Bruch in der Geschichte wirkt. Zudem ist das Ende in einem Punkt nur wenig überraschend und riecht in einem anderen viel zu sehr nach Hollywood, was so gar nicht zu der ansonsten großartigen Geschichte passt.
Darüber hinaus habe ich mich besonders zum Schluss hin an den Gesprächen Evas mit Marlene gestört, denn während diese zunächst noch als Wahnvorstellungen interpretiert werden können, enthalten sie mit der Zeit immer mehr Informationen, über die eigentlich nur Marlene selbst verfügen kann. Das kann man zwar als dichterische Freiheit abtun, aber ich persönlich habe mich leider sehr daran gestört.

FAZIT: Eine Frau auf der Suche nach ihrer Identität. Über 2/3 hinweg nahezu brillant, am Ende leider enttäuschend.

[Rezension] Ahern, Cecelia - Ich schreib dir morgen wieder

Montag, Juli 12th, 2010

++ HÖRBUCH ++ HÖRBUCH ++ HÖRBUCH ++ HÖRBUCH ++

Originaltitel: The book of tomorrow
Genre: Liebesromane/Frauenliteratur
Verlag: Argon Verlag (2o1o)
Übersetzung: Christine Strüh
Sprecherin: Josefine Preuß
ISBN: 9783839810330
Laufzeit: 322 min.

Kurzbeschreibung

Nach dem Selbstmord ihres Vaters muss die junge Tamara aus ihrem Dubliner Glamour-Leben zu einfachen Verwandten aufs Land ziehen. Ihre Mutter ist vor Trauer über den Tod ihres Mannes kaum ansprechbar, und fernab ihrer Freunde fühlt sich Tamara völlig alleingelassen. Das einzig Interessante an dem abgelegenen Ort, an dem sie jetzt leben muss, scheint die ausgebrannte Ruine des alten Kilsaney-Schlosses. Doch dann entdeckt Tamara ein geheimnisvolles Buch: ein Tagebuch, in dem ihr eigenes Leben aufgeschrieben ist - und zwar immer schon der nächste Tag! Es führt Tamara zu den verborgenen Geheimnissen ihrer Familie und hilft ihr, den Weg zu Liebe und Zukunft zu finden.

Rezension

Die 16jährige Tamara führt als verwöhnte Tochter reicher Eltern ein sorgloses Leben – bis zu dem Tag, an dem ihr Vater Selbstmord begeht, weil er das gesamte Familienvermögen verloren hat. Plötzlich heißt es Abschied nehmen von der riesigen Villa in der Nähe von Dublin, von Jacuzzis und ausschweifenden Beachparties mit ihren Freunden.
Tamara und ihre Mutter müssen ihr altes Leben komplett zurücklassen und ziehen zu Verwandten in ein abgelegenes kleines Dorf. Während sich ihre Mutter dort immer mehr in sich zurückzieht und kaum noch ansprechbar ist, macht sich Tamara auf, ihre neue Umgebung zu erkunden.
Eines Tages findet sie auf ihren Ausflügen ins nahegelegene Schloss ein leeres Buch, das sie als Tagebuch verwenden will. Doch als sie ihren ersten Eintrag verfassen möchte, muss sie feststellen, dass auf den Seiten schon etwas steht: Ihr Tagebucheintrag von morgen.

Eigentlich ist »Ich schreib dir morgen wieder« ein typisches Cecelia-Ahern-Buch. Und eigentlich auch wieder nicht. Einerseits erhält man – wie gewohnt – eine rührende Geschichte mit einem Hauch Übersinnlichen, dessen Ursache nicht aufgeklärt wird, und eine schöne Botschaft am Ende über den Wert des Lebens. Wie immer also. Anderseits hat es die irische Bestsellerautorin diesmal aber erstaunlich spannend gemacht und am Ende fast einen Krimi geschrieben; zumindest aber eine Familientragödie, die man so nicht erwartet hätte.
Der Anfang jedoch zieht sich. Bis das mysteriöse Tagebuch auftaucht, dauert es eine ganze Weile. Letztlich spielt es aber ohnehin nur eine Nebenrolle. Vielmehr steht Tamaras Entwicklung im Vordergrund, deren Charakter auch als einziger wirklich ausgearbeitet ist. In flapsigem, vorlauten Ton erzählt sie ihre Geschichte und erkennt dabei auch selbst, dass sie in ihrem früheren Leben kein besonders netter Mensch war - eine Einsicht, die schnell kommt, sie aber dennoch nicht immer klug und nett agieren lässt, was sie durchaus glaubwürdig und menschlich macht. Ebenso wie die Tatsache, dass sie nach außen hin stets sehr tough wirkt und ihre wahren Gefühle nur dem Tagebuch anvertraut. Hier muss man als Leser/Hörer manchmal wirklich schlucken.

Neben dem Aus-dem-Snob-wird-ein-liebes-Mädchen-Aspekt und zwischen der einen oder anderen kleinen Liebelei kommt mit der Zeit aber auch der Krimipart ins Rollen. Nur dass Tamara - abgelenkt von ihrer Trauer und den beiden schmucken Jungs aus dem Dorf - lange Zeit bloß mit sich selbst beschäftigt ist und der Leser dank geschickt gestreuter Hinweise lange vor ihr ahnt, dass irgendetwas mit ihrer Familie nicht stimmt – wie sich in einem spannenden und dramatischen Showdown dann auch zeigt. In diesem Punkt hat mich Cecelia Ahern völlig überrascht (positiv!), auch wenn die Auflösung letztendlich etwas übertrieben und wenig realistisch scheint.
Aber so sind ihre Bücher nun mal: Irgendwie gekünstelt süß und mehr oder weniger erfolgreich bemüht, nicht oberflächlich zu sein, aber insgesamt trotzdem wunderbar unterhaltsam und einfach schön.
»Irgendwie gekünstelt süß« trifft im Übrigen auch auf die Vortragsweise der Sprecherin Josefine Preuß zu. Während mich die aufgesetzte Lieblichkeit am Anfang allerdings noch störte, konnte ich mir am Ende keine andere Stimme für Tamara vorstellen.

FAZIT: Ein schönes modernes Märchen, das trotz der Kritikpunkte gut gefällt.

Link-Tipps: Website der Autorin | Hörprobe

[Rezension] Wilkinson, Lili - Scatterheart

Dienstag, Juni 29th, 2010

Originaltitel: Scatterheart
Genre: Jugendbuch [ab 13]
Verlag: Coppenrath (2oo9)
Übersetzung: Cornelia Stoll
ISBN: 9783815795118
Seiten: 448
Website der Autorin: www.liliwilkinson.com.au

Kurzbeschreibung

Als Hannah Cheshire den Heiratsantrag ihres Hauslehrers Thomas Behr ablehnt, ahnt sie nicht, dass sie damit ihr Schicksal für immer besiegelt. Von einem Moment auf den anderen verwandelt sich ihr wohlbehütetes Leben in einen Albtraum. Und ihr wird klar, dass ihre Vergangenheit auf einer einzigen großen Lüge beruht…

Rezension

London 1814: Als ihr Vater mitten in der Nacht ein paar Sachen zusammenpackt, ihr noch schnell ein Geschenk in die Hand drückt und sie dann alleine in ihrem großen Haus zurücklässt, glaubt Hannah noch an eine Geschäftsreise. Doch schon bald muss sie erfahren, dass ihr Vater nicht der geschätzte Gentleman ist, für den sie ihn gehalten hat, sondern ein Lügner und Betrüger, der seine Tochter auf der Flucht vor dem Galgen einfach im Stich lässt. Hannah möchte das nicht wahrhaben und lehnt – als Tochter eines vermeintlichen Ehrenmanns – den Heiratsantrag ihres Hauslehrers Thomas Behr ab.
Nun ist das 14jährige Mädchen völlig auf sich allein gestellt und gerät bei dem Versuch, einen Teil ihres Schmucks zu Geld zu machen, in die Fänge der Justiz, die sie für ein Verbrechen beschuldigt, das sie nicht begangen hat. Unschuldig und hilflos wird sie zunächst ins Gefängnis gesteckt und später zu sieben Jahren Strafarbeit in einer australischen Kolonie verurteilt. Es folgt eine monatelange Seereise, die Hannah und ihre Mitreisenden an ihre Grenzen bringt…

Gleich vorneweg: Der kurze Klappentext, das verträumte lila-glitzernde Cover und die Einschübe des Märchens vom Mädchen Scatterheart vor den einzelnen Kapiteln wecken leider völlig falsche Erwartungen. Wer eine London-Story à la Charles Dickens erwartet, wird – wie ich – zunächst einmal enttäuscht sein und sich wundern, warum der Großteil des Buches auf dem Schiff Richtung Australien spielt. Da ist das Cover der im Januar 2o11 erscheinenden Taschenbuchausgabe deutlich passender gewählt.
Hat man sich aber erstmal damit abgefunden, dass man vielmehr eine »Rosamunde Pilcher für Jugendliche« in den Händen hält, bekommt man eine tragische (Liebes)Geschichte geboten, die durch ihre historische Authentizität besticht. Hier hat die Autoren ganze Arbeit geleistet und offenbar gründlich recherchiert.
Im Vordergrund stehen die Behandlung von Frauen und deren Stellung in der damaligen Gesellschaft sowie die Unterschiede zwischen den Klassen. Dabei mutet Lili Wilkinson ihren Lesern so einiges zu, sodass ich das Buch – auch aufgrund der teils vulgären Ausdrücke – nicht für allzu junge Mädchen empfehlen würde. Das Schicksal der Gefangenen ist geprägt von Gewalt, Leid und Unterdrückung und so manches Mal möchte man aufschreien ob so viel Ungerechtigkeit und Grauen. Es überrascht nicht, dass nicht jeder das Ziel der Reise miterleben darf.

Während die äußeren Umstände sehr glaubwürdig und bildhaft dargestellt sind, kränkelt die Figurenzeichnung allerdings ein wenig. Hannahs Charakter ist über die gesamten knapp 450 Seiten nur schwer greifbar. Die längste Zeit ist das Mädchen unsagbar naiv und auch wenn sie in den Monaten auf See an Reife gewinnt, bleibt ein fader Beigeschmack, da man ihr das verzogene Gör zu Beginn irgendwie nicht richtig abnehmen konnte. Der abgelehnte Heiratsantrag wirkt aufgesetzt, ist scheinbar einzig dazu da, die Liebesgeschichte in Gang zu bringen, die – auch das ist leider zu bemängeln - insgesamt etwas gekünstelt rüberkommt.
Wird die Zeit auf dem Schiff noch sehr ausführlich beschrieben, geht es an Land dann ziemlich schnell. Fast schon zu schnell, denn bevor man sich versieht, steuert man auf ein Ende zu, das nur einem übermäßig großen Zufall zu verdanken ist und daher ebenfalls nicht ganz überzeugt.

FAZIT: Im Hinblick auf die historische Darstellung erschütternd und beeindruckend zugleich, aber alles in allem dann leider doch nur Mittelmaß.

[Rezension] Lovric, Michelle - Melodie der Meerjungfrauen

Montag, April 12th, 2010

Originaltitel: The Undrowned Child
Genre: Kinder-/Jugendbuch [ab 12]
Verlag: Loewe (2o1o)
Übersetzung: Barbara Abedi
ISBN: 9783785568705
Seiten: 510
Website der Autorin: www.michellelovric.com

Kurzbeschreibung

Im Sommer 1899 erfüllt sich Teos größter Wunsch. Sie reist mit ihrer Familie nach Venedig, in die Stadt der Gondeln, Kanäle und Palazzi. Doch der Anlass der Reise ist ernst: Venedig droht im Meer zu versinken und Teos Eltern, zwei Wissenschaftler, sollen nach einer Lösung des Problems suchen.
Dass ihr Schicksal eng mit der Lagunenstadt verknüpft ist, ahnt Teo nicht - bis ihr ‘Der Schlüssel zur geheimen Stadt’ in die Hände fällt. Das Buch entführt Teo ins Reich der Meerjungfrauen, wo sie bei einer Tasse Seetangkakao schier Unglaubliches erfährt: Laut einer uralten Prophezeiung soll sie dazu auserwählt sein, Venedig zu retten…

Rezension

Bei ihren Klassenkameraden ist Teo(dora) als langweiliger Bücherwurm verschrien, dabei hat das nach außen so scheue Mädchen ganz außergewöhnliche Fähigkeiten: Teo hat nicht nur ein fotografisches Gedächtnis und kann Texte auch lesen, wenn sie auf dem Kopf stehen, sie ist darüber hinaus eine Vedeparole und eine Lettrice-del-cuore, was bedeutet, dass sie den Menschen, die sie berührt, direkt ins Herz sehen kann und gesprochene Worte über dem Kopf ihres Gegenübers geschrieben stehen sieht.
Als Venedig im Meer zu versinken droht, reist sie mit ihren Eltern, zwei Wissenschaftlern, in die Lagunenstadt, um diese vor ihrem traurigen Schicksal zu bewahren. Doch die Erwachsenen können sich die mysteriösen Veränderungen in der Stadt einfach nicht erklären und so macht sich Teo mithilfe eines Buches, einem Jungen und einer Gruppe aufmüpfiger Meerjungfrauen auf, die Stadt zu retten…

Statt nun gemütlich in ein märchenhaftes Abenteuer einzutauchen, hetzt man an der Seite einer unsagbar naiven Teo durch die kurzen Kapitel mit etlichen Zeit- und Szenenwechseln, stolpert über Logikfehler und sprachliche Missgeschicke und hat kaum Zeit dazu, Luft zu holen und die vielen eigentlich richtig guten Ideen der Autorin gedanklich zu sortieren. So erhält man auch erst im Anhang einen klaren Überblick darüber, wie viele historisch belegte Fakten Michelle Lovric mit ihrer Geschichte verwoben hat und wie viel Potential in dem Buch steckt, das sich an den wenigen ruhigeren Stellen durchaus auch zeigt.

Aber obwohl die Autorin bereits zahlreiche (historische) Romane veröffentlicht hat und ihr Handwerk verstehen dürfte, gelingt es ihr – trotz lebendiger Beschreibung des Schauplatzes – einfach nicht, eine dem Jahr 1899 angemessene Atmosphäre zu schaffen. Worte wie In-Clique sind hier einfach fehl am Platz.
Leider sind auch die Figuren äußerst schablonenhaft geraten, agieren nicht immer nachvollziehbar und zeigen besonders in den Dialogen, wie weit sie von Menschen aus Fleisch und Blut entfernt sind.
Auch die meisten Fabelwesen sind – kaum dass sie aufgetreten sind – auch schon wieder verschwunden. Einzig die Meerjungfrauen und diverse Geister werden etwas ausführlicher beschrieben und sorgen mit ihrer unkonventionellen Art für ein paar lustige Momente, die zwischen gruseligen Haiattacken und Monsterjagden auch dringend nötig sind.

Dass es sich bei dem Roman um ein Kinderbuch handelt, darf hier meines Erachtens nicht als Entschuldigung gelten. Im Hinblick auf die junge Zielgruppe lässt sich vielleicht noch erklären, warum sämtliche aufgeworfenen Probleme drei Seiten später wieder gelöst werden. Dann bleibt mir aber schleierhaft, warum das Buch so entsetzlich brutal ist. Abgeschlagene Köpfe, unfreiwilliges Ablösen der Haut vom Körper, entstellte Kinderfresser… Das bekomme ich so detailliert und häufig noch nicht mal als ausgewachsene Leseratte gerne vorgesetzt.
Hinzu kommt die Frage, warum die Königin der Meerjungfrauen die Groß- und Kleinschreibung nicht einhält. Die willkürliche Schreibweise stört den Lesefluss ungemein und Kindern mit Rechtschreibschwäche tut man damit sicher auch keinen Gefallen.

FAZIT: Alles in allem eine herbe Enttäuschung, über die die wunderschöne Aufmachung (Cover mit Prägung und Spottlack, Lesebändchen, Vignetten vor den Kapitelanfängen und historischer Stadtplan) nicht hinwegtröstet.
Nur gut, dass die Geschichte in sich abgeschlossen ist, denn so kann ich mir die Fortsetzung getrost sparen.

[Rezension] Giordano, Paolo - Die Einsamkeit der Primzahlen

Dienstag, März 23rd, 2010

Originaltitel: La solitudine dei numeri primi
Genre: Sonstige Belletristik
Reihe: -
Verlag: Blessing (2oo9)
Übersetzung: Bruno Genzler
ISBN: 9783896673978
Seiten: 364
Website des Autors: -

Kurzbeschreibung

Ein einziger Tag in ihrer Kindheit, so scheint es, hat über ihr ganzes Leben entschieden. An einem solchen Tag verlor Alice für immer ihre Unbeschwertheit und das Vertrauen zu ihrem halsstarrigen Vater. Mattia hingegen verlor mit sechs Jahren seine Schwester, deren Hilfsbedürftigkeit er ein einziges Mal, für wenige Stunden, missachtet hatte. Seither quälen ihn Schuldgefühle, die er niemandem offenbart.
Sieben Jahre später lernen Mattia und Alice sich auf dem Gymnasium kennen. Die Anziehungskraft zwischen den beiden scheint unwiderstehlich. Jeder erkennt im anderen die eigene Einsamkeit. Alice ist der einzige Mensch, dem Mattia wenigstens einmal seinen Schmerz zu offenbaren wagt. Und umgekehrt würde sie nie einen anderen als ihn bitten, das Tattoo von ihrer Haut zu entfernen, mit dem sie ihre inneren Wunden gleichsam übermalen wollte. Doch mit den Jahren werden die Hindernisse, die die beiden einander unbewusst in den Weg legen, höher und höher. Bis sie sich entscheiden müssen.

Rezension

Nach dem Motto »Es waren zwei Königskinder…« erzählt Paolo Giordano in seinem Debütroman, der 2oo8 mit Italiens renommiertestem Literaturpreis Premio Strega ausgezeichnet wurde, die Geschichte von Alice und Mattia, Königskinder oder eben Primzahlen, die eigentlich zueinander gehören, aber sich einfach nicht finden können.

Beide Charaktere sind Außenseiter. So sehr Alice auch versucht, dazu zu gehören, es gelingt ihr einfach nicht. Ein Unfall in ihrer Kindheit, für den sie ihrem Vater die Schuld gibt, hat sie nicht nur die Beweglichkeit eines ihrer Beine einbüßen lassen, sondern auch einen tiefen Riss in ihrer Seele verursacht. Ihr Bestreben nach Normalität gipfelt in Magersucht, Ärger mit den Eltern und immer weiteren Demütigungen.
Mattia hingegen grenzt sich selbst von vornherein aus. Nachdem seine behinderte Zwillingsschwester mit sechs Jahren aus seiner Obhut verschwand, kapselt er sich immer mehr ab und verleiht seinem Schmerz heimlich Ausdruck, indem er anfängt, sich selbst zu verletzten.
Einzig Alice schafft es, nach und nach zu ihm durchzudringen, auch wenn sie lange nur an der Oberfläche kratzt und nicht ganz klar ist, welche Absichten sie dabei hegt.

Von 1983 bis 2007 begleitet der Leser Mattia und Alice auf ihrem Lebensweg, den letztlich jeder für sich bestreiten soll, ohne dass der Kontakt zum anderen aber völlig abbricht.
Hierbei rückt der Autor nicht nur seine Figuren in die Rolle der unglückseligen Primzahlen, sondern gibt auch dem Leser das Gefühl, Mattia und Alice über all die Jahre und Seiten hinweg nur sehr bedingt nahe kommen zu können, obwohl er ihn doch erstaunlich tief in ihre traumatisierte Psyche blicken lässt.
Giordanos Sprache ist schnörkellos und klar, hält den Leser kühl auf Distanz, ist aber gleichzeitig eindringlich und ruft intensive Bilder hervor, wenngleich diese – bestärkt durch die teilweise großen Zeitsprünge – vielmehr Momentaufnahmen darstellen. Augenblicke, in denen Alice aufdringlich und Mattia zu passiv ist, um sympathisch zu sein – und doch fühlt man mit ihnen und verfolgt ohnmächtig, wie die beiden Helden sich in ihr Unglück manövrieren, weil sie vielleicht auch nicht anders können.

Auch wenn am Ende ein leichter Hoffnungsschimmer aufglimmt, ist »Die Einsamkeit der Primzahlen« definitiv keine Lektüre für schwermütige Zeiten, denn das ungute Gefühl, dass da etwas völlig falsch läuft, zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte und lässt den Leser aufgewühlt und vor allem traurig zurück.

FAZIT: Eine tragische (Liebes)Geschichte, die schon nach den ersten beiden Kapiteln schwer im Magen liegt und trotzdem (oder gerade deshalb) schön zu lesen ist.

[Rezension] Priestley, Chris - Onkel Montagues Schauergeschichten

Sonntag, März 21st, 2010

Originaltitel: Uncle Montague’s Tales of Terror
Genre: Kinder-/Jugendliteratur
Reihe: Tales of Terror (1)
Verlag: Berlin Verlag (2o1o)
Übersetzung: Beatrice Howeg
ISBN: 9783827053718
Seiten: 222
Website des Autors: www.chrispriestley.blogspot.com

Kurzbeschreibung

Onkel Montague lebt allein mit seinem mysteriösen Diener Franz in einem düsteren alten Haus. Obwohl der Weg zu ihm durch einen unheimlichen Wald führt, besucht Edgar ihn sehr gerne, denn Onkel Montague scheint über einen unerschöpflichen Vorrat an Schauergeschichten zu verfügen. Doch je mehr von diesen Geschichten Edgar hört, desto unbehaglicher ist ihm zumute. Draußen wird der Nebel immer dichter, im Haus wird es immer kälter, und seltsame Geräusche sind zu hören. Was hat es mit diesen Geschichten auf sich? Woher kennt Onkel Montague sie und warum bewahrt er Gegenstände, die in den Geschichten vorkommen, in seinem Haus auf?

Rezension

Ein geisterhaftes Haus hinter dem Wald, umgeben von dichten Nebelschwaden, ein geheimnisvoller Diener, der ungesehen durch die kalten, dunklen Gänge schleicht, unheimliche Geräusche und ein Raum voller rätselhafter Gegenstände, die allesamt eine Rolle in den Schauergeschichten spielen, die Onkel Montague seinem neugierigen Neffen Edgar erzählt - Chris Priestley arbeitet mit klassischen Gruseleffekten und schafft mit einfachen erzählerischen Kniffen eine angenehm-gespenstische Atmosphäre, die auch dem erwachsenen Leser den einen oder anderen Schauer über den Rücken jagt.

Geschickt werden die jeweils wenige Seiten umfassenden Gruselgeschichten, in denen Kinder im Alter von Edgar auf mysteriöse Weise ums Leben kommen oder vor Angst fast den Verstand verlieren, in die Rahmenhandlung eingebunden.
Als Leser findet man sich schnell in der Position Edgars wieder, der den Geschichten des Onkels gebannt lauscht und natürlich vorgibt, sich überhaupt nicht zu gruseln, insgeheim aber doch ordentlich mit den Knien schlottert. Vor allem weil man sich fragt, warum der kauzige Onkel seine Erzählungen so ernst nimmt und Edgars Einwürfe, die Geschichten seien doch alle bloß erfunden, nur mit einem merkwürdigen Lächeln quittiert.

Mit jeder Geschichte lädt sich die Spannung immer mehr auf und am Ende schlägt einem das Herz ganz schön schnell, als man erfährt, in welchem Zusammenhang Onkel Montague mit seinen Erzählungen steht. Hier wäre in einem Punkt jedoch eine etwas umfassendere Erläuterung wünschenswert gewesen, sodass das Ende nicht vollends zufrieden stellend ist.
Trotzdem ist das Buch ein kurzer, aber gelungener Gruselspaß, der auf unblutige Art und Weise für Gänsehaut sorgt und an die Abende erinnert, an denen man sich als Kind gegenseitig Spukgeschichten erzählt und um den Schlaf gebracht hat.

FAZIT: Kleine, aber feine Gruselmomente, die Lust auf mehr machen. Unterstützt wird das Unbehagen des Lesers noch durch die düsteren Illustrationen von David Roberts.